PERSPEKTIVE| FES WARSCHAU Keine großen, aber ein paar kleine Überraschungen Die polnische Kommunalwahl 2010 KNUT DETHLEFSEN| JULIA WALTER Januar 2011 n Die Kommunalwahl in Polen hat keine großen Überraschungen gebracht. Vielmehr hat sie die Trends der vergangenen Jahre bestätigt. Landesweit stärkste Kraft ist weiterhin die bürgerliche PO. Die nationalkonservative PiS bleibt an zweiter Stelle. Lediglich die Bauernpartei PSL belegte etwas überraschend einen guten dritten Platz und löste damit Ernüchterung unter den Funktionären des sozialdemokratischen SLD aus. n Über die Listen des SLD gelangten erstmals auch Repräsentanten der polnischen Grünen in Stadträte und Wojewodschaftsparlamente. Ebenfalls zum ersten Mal zog die Bewegung für die Autonomie Schlesiens in ein Wojewodschaftsparlament ein. Dort trat sie direkt der Regierungskoalition bei. n Ein besorgniserregender Trend, der sich nach den Kommunalwahlen von 2006 nun bereits zum zweiten Mal beobachten lässt, ist der große Erfolg unabhängiger Kandidaten bei den Direktwahlen für die Bürgermeisterämter. Von den Medien als Ausdruck einer emanzipierten Bürgergesellschaft gepriesen, ist diese Entwicklung bei näherem Hinsehen demokratietheoretisch höchst bedenklich.
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Keine großen, aber ein paar kleine Überraschungen : die polnische Kommunalwahl 2010
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