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Eine EU-Steuer : überfällige Reform oder föderalistische Fantasie?
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PERSPEKTIVE Eine EU-Steuer Überfällige Reform oder föderalistische Fantasie? IAIN BEGG Februar 2011 In den vergangenen Jahren wurden häufig Rufe nach einer»echten« EU-Steuer laut, die das Gros der EU-Einnahmen bilden sollte. Diese Forderungen stießen aber ebenso oft auf Ablehnung. Mit der Überprüfung des Haushalts zur Halbzeit des derzeit geltenden mittelfristigen Finanzrahmens wurde die Debatte erneut angeheizt. Technisch gesehen gibt es kein generelles Hindernis für eine EU-Steuer, und es kämen mehrere Steuerarten dafür in Frage. Allerdings wird es wohl nie die ideale EU-Steuer geben. Man darf auch nicht übersehen, dass das gegenwärtige, hauptsächlich auf nationalen Beitragszahlungen basierende Eigenmittelsystem eine Reihe von Vorteilen bietet. Weder die Bürger noch die Mitgliedstaaten der EU werden leicht davon zu über­zeugen sein, dass eine EU-Steuer sinnvoll ist. Zudem sollte die vermutliche Wirkung einer solchen Steuer nicht überbewertet werden. Sie allein wird die schwerwiegen­de Nettosalden-Problematik und die daraus resultierenden Korrekturen nicht lösen. Dieses Papier wirft einen Blick auf die Hintergründe der politischen Auseinanderset­zungen und liefert eine analytische Untersuchung der Gründe und Argumente für oder gegen eine EU-Steuer. Es werden Kriterien für die Auswahl einer möglichen Steuer vorgeschlagen und bewertet sowie eine Reihe möglicher neuer Finanzierungs­instrumente ausführlich vorgestellt. Anschließend wird der Spielraum für bedeutende Umstellungen bei der Finanzierung des EU-Haushalts beurteilt, und es wird auf­gezeigt, wie diese Veränderungen zu erreichen sein könnten.