5/2010 Oktober Fakten und Chancen Eine Bestandsaufnahme nach den ungarischen Kommunalwahlen 2010 Mari anna Bíró Journalistin, Népszava 1. Einsätze und Chancen Bei den ungarischen Kommunalwahlen am 3. Oktober erhielt die seit April 2010 regierende konservative FIDESZ-Partei von Minis terpräsident Vi ktor Orban rund 400.000 Stimmen mehr als vor vier Jahren, wä hrend die Zahl der Stimmen f ür die ungarischen Sozialisten(MSZP) auf die Hälfte zurüc kging. Die im April neu ins Parlament gewäh lten Rechtsradikalen der Jobbik-Partei gewannen etwa halb so viele Stimmen wie die MSZP , wä h rend die grün bürgerliche LMP – ebenfalls neu im ungarischen Parlament vertreten ungefähr ein Viertel der Anzahl der Jobbik-Stimmen auf sich vereinigen konnte. Die restlichen Stimmen gingen an örtliche Organisati onen und unabhängige Kandida ten. Dieser von Viktor Orban als „ historisch “ bezeichneter Wahlsieg seiner Partei war nach dem Ausgang der Parlamentswahlen im April allgemein – und auch von den Oppositionsparteien selbst- erwartet worden. Wohl eher un erwartet dürfte die Regierung dag egen der zwar geringe, aber stellenweise doch überraschende Erfolg der Ungar ischen Sozialistischen Partei(MSZP) getroffen haben. Immerhin kann die MSZP als Erfolg verbuchen, trotz be trächtliche r Einbu ßen gegenüber ihrer früheren Position ein ige wichtige Gemeinden gehalten zu haben. Die Frage ist nur, inwieweit ein Wähle rstimmenanteil von einem Drittel im Vergleich zu den Regierungsparteien tatsäc hlich ein Erfolg ist. Im Grunde genommen war schon im Frü hjahr der Ausgang der Kommunalwahlen klar, nachdem FIDESZ und KDNP bei den Parlamentswahlen eine verfassungsgebende Zweidrittelmehrheit erreicht hatten. Angesichts dieser Tatsache waren sich alle Analysten einig, dass die Regierungsparteien, wenn sie denn keine groben Fehler machen, auch in den kommunalen Abgeordnetengremien im Oktober eine stabile Mehrheit erzielen werden. Darüber hi naus prognostizierten verschiedene Meinungsumfragen, dass sie alle Bürgermeisterämter in den kreisfreien Städten gewinnen könnten. Diese FIDESZ-Vormacht wurde dann auch durch die Ergebnisse bestätigt, wobei die MSZP den Bürgermeister in nur einer einz igen kreisfreien Stadt stellt. In großem Maße erschwert werden die Möglichkeiten für eine „Nicht -FIDESZ “ Politik durch die Gegensä tze unter den Oppositionsparteien, das neue Wahlsystem sowie die Enttä uschung der MSZPWähler und deren Fer nbleiben von den Wahlen. Insgesamt gesehen scheint es jedoch, als wäre derzeit unter den Parl amentsparteien allein der MSZP noch eine Chance auf die H1056 Budapest, Fővám tér 2 -3, Tel:+36 1 461 60 11, Fax:+36 1 461 60 18, www.fesbp.hu, fesbp@fesbp.hu
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Fakten und Chancen : eine Bestandsaufnahme nach den ungarischen Kommunalwahlen 2010
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