PERSPEKTIVE| FES CÔTE D‘IVOIRE Côte d‘Ivoire: nach der militärischen Durchsetzung des Wahlsiegs Ouattara zwischen Aussöhnung und Siegerjustiz JENS-U. HETTMANN Mai 2011 n Nach der Festsetzung Gbagbos am 11.4.2011 ist der Machtkampf zwischen ihm und Ouattara entschieden. Damit ist aber keineswegs die ivorische Krise beendet. Vor der Aufarbeitung des riesigen Reformstaus muss das Land mit sich selbst versöhnt werden. Der Weg zur Aussöhnung muss mindestens drei Fragenkomplexe entlang von rechtsstaatlich-demokratischen Grundsätzen klären: den Umgang mit dem besiegten Gbagbo und seinen Anhängern, die völlige Neuordnung des Sicherheitssektors und die grundlegende Reform des gesamten Mediensektors. n Die Sensibilität dieser Bereiche und der erkennbare Wille, sie sämtlich in nationaler Zuständigkeit zu klären, lassen angesichts komplexer Konfliktlagen, mangelnder historisch begründbarer Indikatoren für vorhandene Fähigkeiten, dem Mangel an aus der Krise gezogenen Lehren und dem Risiko der Siegerjustiz Zweifel am Gelingen entstehen. Insbesondere die Tatsache, dass die Rebellen von 2002 nun die offizielle Armee stellen und kein Interesse an einer Aufarbeitung ihrer Geschichte haben werden, könnte sich als zu große Herausforderung erweisen. n Ein Scheitern des Aussöhnungsprozesses oder ein Abgleiten in eine Siegerjustiz würde die Chance auf eine nationale Versöhnung dauerhaft vertun. Ein Wiederaufflammen der Krise wird die Region Westafrika noch mehr als bisher in Mitleidenschaft ziehen. Deshalb darf die Côte d‘Ivoire mit der Lösung dieser Aufgabe nicht alleingelassen werden: Die internationale Gemeinschaft ist massiv gefordert. Notfalls müsste der Prozess mit sanftem Druck begleitet werden.
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Côte d'Ivoire: nach der militärischen Durchsetzung des Wahlsiegs : Ouattara zwischen Aussöhnung und Siegerjustiz
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