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Russische Regionalwahlen vom 13. März und mittelfristiger Ausblick
Entstehung
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RUSSLANDS PERSPEKTIVEN 05/2011 05 / 2011 " Russische Regionalwahlen vom 13. März und mittelfri tiger Ausblick" Dmitri Oreschkin, Wladimir Koslow Zusammenfassung: Im Unterschied zu westeuropäischen Wahlen ähneln die Wahlen in Russland einerBlack Box, die zwar Ergebnisse anzeigt, den dahinterstehenden Mechanismus jedoch verbirgt. In den letzten zehn bis elf Jahren finden Wahlen im Rahmen desPutinschen Elitenkonsensus statt, wobei die neue poskommunistische Nomenk latura darin übereinstimmt, die Erhaltung des Regimes des staatlichen Kapitlismus als eine strategische Aufgabe zu begreifen. Zu den Autoren: Dmitri Oreschkin ist leitender wissenschaftlicher Mitarbeiter des Institutes für Geographie an der Russischen Akademie der Wissenschaften. Wladimir Koslow ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des Institutes für Ge ographie an der Russischen Akademie der Wissenschaften. 1. Gesamtsituation Im Unterschied zu westeuropäischen Wahlen ähneln die Wahlen in Russland einer Black Box, die zwar Ergebnisse anzeigt, den dahinterstehenden Mechanismus jedoch ve birgt. In den letzten zehn bis elf Jahren finden Wahlen im Rahmen desPutinschen Elite konsensus statt, wobei die neue postkommunistische N o menklatura darin übereinstimmt, die Erhaltung des Regimes des staatlichen Kapitalismus als eine strategische Aufgabe zu begreifen. Dieses Regime hat einerseits die Effizienz der Wirtschaft im Vergleich zur Sowjet­zeit erhöht, und andererseits haben die Vertreter der Bürokratie und der Gewalts trukturen ihre Schlüsselpositionen be i behalten konnten. Das Zusammenwachsten der Bürokratie und des Business(man könnte von einer neuen Art der Nomenklatura, dem sog.Bürness, sprechen) sichert den Eliten der Putin­Ära eine hohe Lebensqualität und ein M onopol auf finanzielle, administrative und mediale Möglichkeiten der Einflussnahme auf die Politik. In denPutinschen Konsens ist auch ein beträchtlicher Teil der Gesellschaft int griert: Ergebnisse, die von derBlack Box angezeigt werden, lösen keine großen Proteste aus. Dabei zeigen soziologische Umfragen des MeinungsforschungsinstitutsLewada ­Zentrum, dass die Hälfte oder sogar zwei Drittel der Bürger die russischen Wahlen nicht für fair halten. In der Praxis bedeutet dies, dass in derBlack Box die Stimmen der freien ler(die zu einem großen Teil auch dazu neigen, Putin und seine ParteiEiniges Russland zu unterstützen) und die Stimmen der sogenanntenlenkbaren Wählerschaft, die sich aus ge fälschten Stimmzetteln und aus Stimmen, die unt er administrativem Druck abgegeben wurden, zusammensetzen, in einem un bestimmten Verhältnis miteinander vermischt sind. 1