MAI 2011 Köln-Bonner Gesprächskreis zur Außenund Sicherheitspolitik Deutschlands Außenund Sicherheitspolitik unter der Regierung Merkel/ Westerwelle Ambitionen und Interessen einer europäischen Mittelmacht Köln, 8. November 2010 Moderation: Sascha Arnautovi ć Herausgeber: Friedrich-Ebert-Stiftung(FES) Godesberger Allee 149 53175 Bonn Kölner Forum für Internationale Beziehungen und Sicherheitspolitik e.V.(KFIBS) Balthasar-Neumann-Platz 24G 50321 Brühl Verantwortlich: Sascha Arnautovi ć , KFIBS Martin Weinert, FES Text: Anatol Adam Am Montag, dem 8. November 2010 fand die erste Veranstaltung der Reihe „Köln-Bonner Gesprächskreis zur Außen- und Sicherheitspolitik“ in Köln statt. Das vom Kölner Forum für Internationale Beziehungen und Sicherheitspolitik e.V.(KFIBS) gemeinsam mit der Friedrich-Ebert-Stiftung(FES) entwickelte Veranstaltungskonzept verfolgt das Ziel, mit der Außen- und Sicherheitspolitik eine Rand- bzw. Spezialthematik der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, wobei die prioritäre Zielgruppe interessierte und engagierte Studierende aus der Rhein-Ruhr-Region sind. Der neue Gesprächskreis schließt damit eine bestehende Lücke im regionalen Veranstaltungsprogramm und trägt zur Diversifizierung der Angebote im Bereich der politischen Bildung bei. In der Auftaktveranstaltung wurde der Frage nachgegangen, wie sich die Außenpolitik Deutschlands heute darstellt – und welche Veränderungen sich im Stil und in der Substanz seit dem Jahr 1990 vollzogen haben. Den Diskussionsimpuls setzte dabei Professor Dr. Gunther Hellmann von der Johann Wolfgang GoetheUniversität Frankfurt am Main, der zum Thema„Deutschlands Außen- und Sicherheitspolitik unter der Regierung Merkel/Westerwelle: Ambitionen und Interessen einer europäischen Mittelmacht“ referierte. Nach einer kurzen Einführung in das Veranstaltungskonzept und in das Thema durch Sascha Arnautovi ć (KFIBS) und Martin Weinert(FES) skizzierte Professor Hellmann in einem knapp 45-minütigen Vortrag die Entwicklungslinien deutscher Außenpolitik seit der Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990. Im Zuge seiner langjährigen Forschungsarbeit zu deutscher Außen- und Sicherheitspolitik kommt er zum Ergebnis, dass sich ein Wandel von der„klugen Bonner Zivilisierungsmacht“ zur„schlauen Berliner Machtpolitik“ vollzogen habe. Zwanzig Jahre nach der Wiedervereinigung habe sich sowohl in der deutschen Politik als auch in der deutschen Öffentlichkeit ein neues außenpolitisches „Selbstbewusstsein“ manifestiert, das sich immer deutlicher von den Gepflogenheiten und Zielen der Bonner Republik unterscheide. Dabei sei es nicht zum radikalen Bruch mit den tradierten außenpolitischen Mustern gekommen, doch zeigten sich spätestens mit der rot-grünen Bundesregierung(1998 – 2005) deutlich die Charakteristika und Strukturen der eigenständigeren, selbstbewusster auftretenden„Berliner Außenpolitik“. Die Veränderungen scheinen auf einen neuen überparteilichen außenpolitischen Konsens hinauszulaufen, denn auch unter dem schwarz-gelben Duo Merkel/Westerwelle sei der Kurs, bei dem machtpolitische Konzepte wie nationales Interesse, Prestigedenken und einflussstrate-
Druckschrift
Deutschlands Außen- und Sicherheitspolitik unter der Regierung Merkel/Westerwelle : Ambitionen und Interessen einer europäischen Mittelmacht ; Köln, 8. November 2010
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten