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Der Fortschritt ist bezahlbar
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Juni 2011 Analysen und Konzepte zur Wirtschafts- und Sozialpolitik direkt Der Fortschritt ist bezahlbar Michael Dauderstädt 1 Auf einen Blick Deutschland kann sich den Fortschritt in Form von Energiewende und Ausbau sozialer Dienste leisten. Seine hohen Exportüberschüsse belegen ein unausgeschöpftes Konsum- und Investitionspotenzial. Aber auch ohne sie bräuchten wir keinen Wohlstandsverlust zu befürchten. Zwar müssen sich Verbrauchs- und Produktionsstrukturen ändern. Aber der Wech­sel kann in einem Wachstumskontext durch mehr Beschäftigung und höhere Produktivität ohne unfreiwillige Einschränkungen tradi­tionellen Konsums erfolgen. Dazu müssen die neuen Bedarfe mit stabiler Kaufkraft ausgestat­tet werden am besten mittels einer gleichmä­ßigeren Verteilung der Einkommen und einer Beschränkung des Vermögenswachstums. Deutschland steht vor gigantischen Aufgaben: Wir müssen oder wollen aus der hochriskanten Kern­energie sowie den fürs Klima gefährlichen und im­mer knapper werdenden fossilen Energieträgern aus­steigen. Wir wenden immer mehr für unsere Ge­sundheitsversorgung einschließlich Pflegeleistungen auf. Die auch dadurch ständig steigende Lebenser­wartung erhöht die Kosten der Alterssicherung. Viele Beobachter sehen schon unseren Wohlstand gefähr­det oder fordern, den Gürtel enger zu schnallen. Denn die Energiepreise und Beiträge zur Kranken-, Pflege­und Rentenversicherung müssten steigen, womit für andere Wünsche immer weniger übrig bleibt. Strukturwandel der Nachfrage muss kein Wohlstandsverlust sein Von der Nachfrageseite her betrachtet, geht es um eine Veränderung ihrer sektoralen Zusammenset­zung. Die Ausgaben für bestimmte Güter und Dienst­leistungen wie Energie oder soziale Dienste werden steigen. Aber ist das ein Wohlstandsverlust? Am ehesten könnte man dies so sehen, wenn einerseits das Gesamteinkommen stagniert oder gar sänke (Letzteres wäre wohl immer ein Wohlstandsverlust), andererseits die Ausgaben für notwendige Dinge zu­lasten geliebter Güter und Dienstleistungen stiegen. In einem festen Budget die Ausgaben für Kino und Bier zu senken, um die Heizung oder die Kranken­kasse bezahlen zu können, ist in der Tat schmerz-