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Die Sozialdemokratie in den Niederlanden : drei Zukunftsoptionen
Entstehung
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INTERNATIONALE POLITIKANALYSE Die Sozialdemokratie in den Niederlanden Drei Zukunftsoptionen FRANS BECKER/ RENÉ CUPERUS Juli 2011 Seit 1990(auf lokaler Ebene) und 1994(auf nationaler Ebene) ist die niederländische Poli­tik von einer extremen Wählervolatilität geprägt. Schrumpfende Kernwählerschaften so­wie ein polarisiertes und zersplittertes Elektorat haben zu einer Erosion der beiden traditi­onellen großen Volksparteien geführt: der Christdemokraten und der Sozialdemokraten. Kulturelle und wirtschaftliche cleavages und neue politische Themen wie Einwanderung oder die europäische Integration spalten die sozialdemokratische Anhängerschaft und führen zu einer Auflösung der linksorientierten Arbeiterklasse. Zwar bleibt die Linke in den Wahlumfragen zusammengerechnet relativ stabil, aber die Partij van de Arbeid(PvdA) ist innerhalb des progressiven Parteienspektrums gleichsam zu einer Minderheit gewor­den. Die Zersplitterung der politischen Linken ist sowohl Ursache als auch Konsequenz von Erosion und Fragmentierung der Volksparteien alten Typs, wie wir sie aus der Nach­kriegs-Ära kennen. Die holländische Sozialdemokratie steht vor großen Herausforderungen und unvermeidli­chen Entscheidungen, was ideologische Fragen und die Zusammensetzung der eigenen Anhängerschaft angeht. Wird die PvdA eine Volkspartei bleiben, die die Kluft zwischen den reformorientierten und den konservativeren Parteien im linken Lager überbrücken kann und die verschiedene gesellschaftliche Gruppen und Stimmungen zusammenführt? Mit anderen Worten: Ist sie in der Lage, die große Koalition aus Arbeiter- und Mittelklasse der Nachkriegszeit wiederherzustellen? Dieser Artikel stützt sich auf die Erfahrungen der PvdA. Wir skizzieren darin das Konzept eines Neo-Idealismus, der auf einer»menschenba­sierten Wirtschaft« und der notwendigen»Wiederkehr positiver Freiheiten« basiert.