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Housing first : ein erfolgversprechendes Konzept zur Bekämpfung von Wohnungslosigkeit
Entstehung
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Manfred Sternberg, Petra Weis Housing First Ein erfolgversprechendes Konzept zur Bekämpfung von Wohnungslosigkeit AUF EINEN BLICK Der von der Bundesregierung geplante Natio­nale Aktionsplan zur Überwindung der Woh­nungslosigkeit bis 2030 soll als ein wesentliches Element das Konzept desHousing First auf eine breitere Grundlage stellen. Der weltweit erprobte Ansatz der Wohnungsnotfallhilfe wohnungslosen Menschen mit komplexen Pro­blemlagen am Beginn des Hilfeprozesses eine eigene Wohnung bedingungslos mit allen Rech­ten und Pflichten zur Verfügung zu stellen hat sich als erfolgreich erwiesen. Housing First ist dabei nicht gleichzusetzen mit Housing Only, das heißt, wohnbegleitende und bedarfsgerech­te Hilfen ergänzen die Schaffung eines eigenen Zuhauses für die Betroffenen. Die Umsetzung des Konzepts braucht erfahrungsgemäß Zeit, Geld und ein ausreichendes Wohnraumangebot. Der eklatante Wohnungsmangel in den Städten Deutschlands macht aus dem Vorhaben eine Herkulesaufgabe. Sie lässt sich nur bewältigen, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen. WOHNUNGSLOSIGKEIT WO STEHEN WIR? WOHNUNGSLOSENBERICHT 2022 Im Wohnungslosenberichterstattungsgesetz(WoBerichtsG) ist definiert, dass Menschen wohnungslos sind, wenn die Nutzung einer Wohnung durch eine Person oder eine Mehrheit von Per­sonen desselben Haushalts weder durch einen Mietvertrag oder einen Pachtvertrag noch durch ein anderes Recht abgesi­chert ist oder eine Wohnung einer Person aus sonstigen Grün­den nicht zur Verfügung steht. Am 8.12.2022 hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales(BMAS) den ersten Wohnungslosenbericht vorgelegt. Für das Jahr 2022 vermittelt der Bericht folgendes Bild(BMAS 2022: 9): 178.100 PERSONEN sind im System der Wohnungsnot­fallhilfe untergebracht; 49.300 PERSONEN sind verdeckt wohnungslos; 37.400 PERSONEN leben ohne Unterkunft auf der Straße oder in Behelfsunterkünften. Unter Berücksichtigung von möglichen Doppelerfassungen wird die Gesamtzahl der Wohnungslosen in Deutschland mit rund 262.000 Personen beziffert. Das Bundesamt für Statistik veröffentlichte im August 2023 die aktuellen Zahlen zur Wohnungslosigkeit zum Stichtag 31.1.2023. Demnach waren nach den Meldungen von Kommu­nen und Einrichtungen in Deutschland gut 372.000 Personen wegen Wohnungslosigkeit untergebracht. Die gewachsene Zahl ist u. a. eine Folge des Kriegs in der Ukraine. Knapp 130.000 erfasste Personen waren Geflüchtete aus der Ukraine. Dies ent­spricht gut einem Drittel aller untergebrachten wohnungslosen Personen(Bundesamt für Statistik 2023). POLITISCHES BEKENNTNIS ZUR BEKÄMP­FUNG DER WOHNUNGSLOSIGKEIT Der Wohnungslosenbericht 2022 der Bundesregierung hat sehr deutlich aufgezeigt, in welchem Ausmaß Wohnungslosigkeit in Deutschland existiert. Mit der Unterzeichnung derLisbon De­claration on the European Platform on Combatting Homeless­ness der Europäischen Union hat sich die Bundesregierung zum Abbau der Wohnungslosigkeit bekannt. Dort heißt es: Housing First ein erfolgversprechendes Konzept zur Bekämpfung von Wohnungslosigkeit FES impuls 1