INTERNATIONALE POLITIKANALYSE Zwischen Emanzipation und Diskriminierung Genderungerechtigkeiten in der Arbeitswelt in Lateinamerika SIMONE REPERGER März 2013 n Lateinamerikas Arbeitsmärkte können derzeit eine glänzende Bilanz vorweisen. Noch nie war die Arbeitslosigkeit in den letzten 90 Jahren geringer, noch nie waren die Fortschritte bei der Schaffung formeller Jobs sichtbarer, und nie zuvor hat es mehr erwerbstätige Frauen gegeben. n Trotz dieser Erfolge fällt eine Zwischenbilanz aus Gendersicht problematisch aus. Immer mehr Frauen schaffen zwar den Sprung in die Arbeitswelt, arbeiten allerdings deutlich häufiger unter prekären Bedingungen als Männer und sind mit zahlreichen Benachteiligungen konfrontiert. Lateinamerikarinnen befinden sich somit häufig in einem Zustand zwischen Emanzipation und Diskriminierung. n Unter allen Genderungerechtigkeiten ist die Einkommenskluft zwischen den Geschlechtern – der sogenannte Gender Pay Gap(GPG) – eines der hartnäckigsten Probleme. In den letzten zehn Jahren hat es in Lateinamerika diesbezüglich kaum Fortschritte gegeben. Frauen verdienen bei gleicher Arbeit 17 Prozent weniger. Weder die Welle linker Regierungen noch die Gewerkschaften haben bislang effektive Strategien entwickelt und das Problem in das Zentrum ihres Handelns gestellt. Die Umsetzung von gendersensiblen Arbeitsmarktpolitiken bleibt daher nach wie vor eine Herausforderung für die Region.
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Zwischen Emanzipation und Diskriminierung : Genderungerechtigkeiten in der Arbeitswelt in Lateinamerika
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