3| 2014 Expertisen für Demokratie Rassismus, extrem rechte Morde und Terrorismus in Deutschland am Beispiel der Mordserie des„Nationalsozialistischen Untergrunds“(NSU) Britta Schellenberg Zusammenfassung Extrem rechte Gewalt ist kein Einzelfall, wenngleich die Gruppe der gewaltbereiten Rechtsextremen klein ist. Dass Rechtsextremismus von staatlichen Behörden übersehen, unterschätzt und unzureichend bewältigt wird, zeigt die Mordserie des„Nationalsozialistischen Untergrunds“(NSU) beispielhaft. Zwar ist der Wunsch der extremen Rechten nach einer ethnisch-nationalen Volksgemeinschaft im heutigen Deutschland nicht mehrheitsfähig, jedoch nehmen einzelne rechtsextreme Einstellungsdimensionen, insbesondere Ausländerfeindlichkeit und Islamfeindlichkeit, in der Bevölkerung zu. Ignoranz und Verharmlosung von Rassismus und Rechtsextremismus begünstigen ihre Ausbreitung. 1. Einleitung Die deutsche Gesellschaft wird immer vielfältiger, individualistischer und globaler. Deutschlands Wohlstand gründet sich nicht zuletzt auf viele erfolgreiche Migrationsbiographien und lebhafte internationale Handelsbeziehungen. Es gibt immer weniger Menschen, die keinen Bezug zu Migranten in ihrer Familie oder ihrem Freundeskreis haben, vor allem in den Großstädten. Der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund 1 wächst kontinuierlich, im Jahr 2011 betrug er etwa ein Fünftel der Bevölkerung (19,5 Prozent). Besonders vertraut mit Migration sind statistisch gesehen junge Menschen, die in westdeutschen Großstädten leben. Nicht vertraut mit Migration sind vor allem ältere Menschen, die in ländlichen Gebieten und insbesondere in Ostdeutschland wohnen. Obwohl es inzwischen auch„Oberschichteneinwanderung“ gibt, sind Migranten in Führungsjobs und in Behörden unterrepräsentiert. Gleichzeitig hat die Sichtbarkeit von Migranten und insbesondere von Muslimen in den Medien zugenommen. Im Rahmen der Wiedervereinigung und der zunehmenden Globalisierung ist Deutschland von tiefgreifenden gesellschaftlichen Veränderungsprozessen betroffen. Die Bevölkerungszahl nimmt stetig ab und globale Zusammenhänge gewinnen an Bedeutung. Wissen und Information werden zu entscheidenden Größen in Beruf und Alltag, Flexibilität und Partizipationsbedürfnisse der Bürger wachsen. Neue Arbeitsmarktanforderungen eröffnen Möglichkeiten für Hochqualifizierte, ehemals prestigeträchtige handwerkliche Berufsgruppen bleiben„auf der Strecke“. 1 Menschen mit Migrationshintergrund haben per Definition mindestens ein zugewandertes oder als Ausländer in Deutschland geborenes Elternteil, sie sind zugewanderte Eingebürgerte, in Deutschland geborene Ausländer oder Ausländer mit eigener Migrationserfahrung. Forum Berlin Impressum| Herausgegeben von Dr. Ralf Melzer, Friedrich-Ebert-Stiftung, FORUM BERLIN| Te xt: Dr. Britta Schellenberg| Redaktion: Sebastian Serafin| Lektorat: Barbara Engels| © Friedrich-Ebert-Stiftung 2014| Hiroshimastraße 17| 10785 Berlin| Tel.+49(0) 30 26935-7309| Fax+49(0) 30 26935-9240| Gestaltung: pellens.de| ISBN 978-3-86498-938-4| www.fes-gegen-rechtsextremismus.de| Eine gewerbliche Nutzung der von der FES herausgegebenen Medien ist ohne schriftliche Zustimmung durch die FES nicht gestattet. FES GEGEN RECHTS EXTREMISMUS
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Rassismus, extrem rechte Morde und Terrorismus in Deutschland : am Beispiel der Mordserie des "Nationalsozialistischen Untergrunds"
(NSU)
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