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Psychisch krank in der Pflege : psychische Belastungen durch den Beruf, Möglichkeiten zu Präventiom und Rehabilitation
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März 2015 Analysen und Konzepte zur Wirtschafts- und Sozialpolitik direkt Psychisch krank in der Pflege Psychische Belastungen durch den Beruf, Möglichkeiten zu Prävention und Rehabilitation Volker Köllner Besondere gesundheitliche Belastung in Pflegeberufen Auf einen Blick Der Fachkräftemangel in Pflegeberufen wird dadurch verschärft, dass in zunehmendem Maße Pflegekräfte aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig aus ihrem Beruf ausscheiden müssen, vor allem wegen psychischer und psychosoma­tischer Krankheitsbilder. Ursachen für die erhöhte psychische Belastung in diesen Berufs­gruppen sind u. a. Schichtarbeit, häufige Über­stunden und Einspringen an freien Tagen, die Schwierigkeit, sich von der Arbeit abzugrenzen, berufsbezogene psychische Traumatisierungen sowie schlechte Aufstiegschancen und materielle Rahmenbedingungen. Ein Eingreifen ist erfor­derlich. Psychische Belastungen müssen in einer Gefährdungsbeurteilung der Arbeitsplätze in der Pflege systematisch erfasst werden, um präventiv handeln zu können. Psychische Gesundheit und Selbstfürsorge müssen bereits in der Ausbildung thematisiert werden, Supervision und Coaching dienen der Prävention im Beruf. Spezielle, kurz­fristig verfügbare Angebote der Therapie und Rehab­ ilitation sind erforderlich, um diese hoch­qualifizierten Fachkräfte im Falle einer psychischen Erkrankung in ihrem Beruf halten zu können. In den Pflegeberufen wird der bereits bestehende Fach­kräftemangel dadurch verschärft, dass der Anteil derer, die aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig aus dem Beruf ausscheiden, zunimmt. Folgende Faktoren tragen dazu bei, dass Menschen, die in Pflegeberufen arbeiten, eine höhere gesundheitliche Belastung aufweisen: Schichtarbeit, Überstunden und Einspringen an freien Wochenenden Schicht- und vor allem Nachtarbeit sind mit einem erhöhten Morbiditäts- und Mortalitätsrisiko behaftet. Durch Personalabbau, vorübergehendes Nichtbesetzen freier Stellen und hohe Krankenstände steigt der Ar­beitsdruck auf die verbliebenen Pflegekräfte. Oft ergibt sich die Notwendigkeit, Überstunden in ­erheblichem Ausmaß zu erbringen oder an freien Wochenenden ein­zuspringen. Auch wenn formal die Möglichkeit bestün­de, das Einspringen abzulehnen, geschieht dies de facto nicht in dem Wissen, dass sonst pflegebedürftige Men­schen unversorgt wären und die Arbeit vom verbliebe­nen Team nicht zu leisten wäre. Nicht selten arbeiten Pflegekräfte fünf oder sechs Wochen ohne einen einz­ igen freien Tag. Wenn dies wiederholt geschieht, ist dies ein Ausgangspunkt für psychische und körper­liche Erschöp­fung. Häufige Folgen sind Depression, Schlafstörungen, chronische Schmerzen(vor allem Kreuzschmerzen) und andere psychosomatische Krankheitsbilder.