POLICY PAPER TRANSFORMATIONEN FAIR& FEMINISTISCH GESTALTEN Clemens Striebing, Sonal Malagimani, Andrea Heigl, Nathalie Voigt, Katharina Hochfeld ZUM EINSTIEG – EINE KOPFSTANDÜBUNG: WIE EINE KONSERVATIVE TRANSFORMATIONSPOLITIK FRAUEN (UND MÄNNERN) SCHADET Eine konservative Transformationspolitik kennzeichnet sich dadurch, bei Energiewende, Digitalisierung, demografischem Wandel und anderen großen gesellschaftlichen Herausforderungen alte Pfade beizubehalten, alteingesessene Industrien zu fördern, nur mit etablierten Anspruchsgruppen zu sprechen und ausschließlich darauf bedacht zu sein, die Folgen von Wandlungsprozessen abzumindern. Eine konservative Transformation blendet die Frage der Geschlechtergleichheit aus und nimmt das Miteinander der Geschlechter als unverrückbare Tatsache hin. Eine konservative Transformationspolitik : → erhält und fördert Arbeitsplätze vor allem in Industrien, in denen Frauen traditionell unterrepräsentiert sind(bspw. Maschinenbau, Automobil, Elektro, IT, Energie), → unterstützt auf diese Weise die Abwanderung vieler hochqualifizierter Frauen(die bspw. eher in den Sektoren Pharma, Kommunikation, Tourismus, Lebensmitteltechnologie tätig sind) in andere Regionen, → stärkt dadurch die traditionelle Rollenverteilung in sogenannten Brotverdiener-Beziehungen, → wodurch Frauen sich zeitlich weniger in Transformationspolitik in den Volksvertretungen von Gemeinden und Landkreisen oder finanziell in Energiekooperativen einbringen, → zementiert die Einkommensungleichheit von Männern und Frauen, → unterschätzt dabei den Wert, den Betreuung und Pflege von Kindern und älteren Angehörigen haben und → schafft es auf diese Weise nicht, Antworten auf die absehbare Überalterung der Bevölkerung und Überlastung des regionalen Gesundheitswesens und Pflegesektors zu finden. In so einer Region wollen wir nicht leben. Wir fordern eine faire und feministische Transformationspolitik, welche die Bedarfe und Lebenswirklichkeiten aller Menschen in einer Region mitdenkt. Bisher ist die Bewertung von Transformationsprozessen unter Geschlechteraspekten jedoch bestenfalls ein unbeabsichtigter Nebeneffekt(Retkowski 2021). Wir treten daher ein für eine geschlechtssensible Abschätzung der Folgen von Transformationsprozessen und-politik! ⟶
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten