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Mehr Umverteilung wagen : politische Einstellungen zu Finanzpolitik, Steuern und Gerechtigkeit
Entstehung
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POLITISCHE EINSTELLUNGEN ZU FINANZPOLITIK, STEUERN UND GERECHTIGKEIT 25 Die Auswertung nach Parteipräferenz zeigt, dass Wähler_innen der SPD, CDU/CSU, Grünen und Linken die Pro-Argumente hin­sichtlich wachsender Ungleichheit und Finanzierung von Pflege, Bildung und Klimaschutz am häufigsten als überzeugend ein­schätzen. Das Pro-Argument, dass Erben Glück und keine Leis­tung ist, überzeugt insbesondere Wähler_innen der Linken. Wäh­ler_innen von AfD und FDP finden die Gegenargumente jeweils überdurchschnittlich häufig und die Pro-Argumente unterdurch­schnittlich häufig überzeugend. In Summe finden sie die Gegen­argumente überzeugender. Argumente für eine Vermögensteuer gibt es, aber der Vorschlag ist auch mit Fragezeichen versehen Die Idee respektive das Konzept einer Vermögensteuer ist in den Fokusgruppen weitgehend bekannt, aber das konkrete Wissen über den Status quo in Deutschland abermals eher gering. Ohne es genau zu wissen, wird aufgrund des verbreiteten Frames, Deutschland sei Spitzenreiter bei Besteuerungen, konsequen­terweise von den meisten zunächst angenommen, es gebe in Deutschland aktuell bereits eine Vermögensteuer. Die(Wieder-)Einführung einer Vermögensteuer zu diskutieren und zu bewerten, fällt ob der skizzierten Hürden und Ambiva­lenzen hinsichtlich der Financial Literacy schwer. Uneinigkeit besteht bereits bei dem Versuch zu definieren, was Vermögen ist. Durch dieses Unwissen und diese Uneinigkeit entsteht mit­unter die Sorge, selbst von einer Vermögensteuer betroffen sein zu können, beispielsweise schon bei Besitz eines Eigenheims. Hinzukommt, analog zur Erbschaftsteuer, die Annahme, dass Vermögen gerecht und fleißig erarbeitet worden sei, weshalb auf den ersten Blick auch die Vermögensteuer wie eine Bestra­fung von Bürger_innen wirkt. In der repräsentativen Befragung wurden Argumente für und gegen eine Vermögensteuer hinsichtlich ihrer Überzeugungs­kraft erhoben, die sich in den Fokusgruppen bereits als zentral erwiesen hatten. Da sich in den Fokusgruppen der Wissensstand, der vorausgesetzt werden kann, als eher gering erwiesen hat, wurde die Frage mit einem Intro eingeleitet, dass sicherstellt, dass alle Befragten die notwendigen Basisinformationen besit­zen, hier insbesondere die Existenz einer Vermögensteuer in anderen Ländern sowie einen möglichen Freibetrag und Steu­ersatz. Eine Vermögensteuer gilt für Menschen, die viel Geld, Immobilien, Aktien oder Autos haben, also viel Vermögen besitzen. Beispielweise jährlich 1 Prozent für Vermögen über 2 Millionen Euro. Anders als in Norwegen, Frankreich, Spanien, der Schweiz und anderen Ländern gibt es in Deutschland aktuell keine Vermögensteuer. Bitte sagen Sie mir für jedes der folgenden Argumente, ob Sie es sehr überzeugend, eher überzeugend, eher nicht überzeugend oder überhaupt nicht überzeugend nden. überhaupt nicht überzeugend eher nicht überzeugend eher überzeugend sehr überzeugend Wenn mit einer Vermögensteuer P ege, Bildung und Klimaschutz nanziert werden, pro tieren alle statt nur Einzelne. 17% 79% 1 Prozent Steuern auf sehr hohe Vermögen, z. B. ab 2 Mio. Euro pro Person, tun niemandem weh. Sehr hohe Vermögen, z. B. ab 2 Mio. Euro pro Person, zu besteuern ist wichtig, um der wachsenden Ungleichheit in Deutschland entgegen­zuwirken. Wenn Superreiche eine Vermögensteuer zahlen müssen, iehen sie ins Ausland. 18% 20% 38% 76% 74% 56% Die Vermögensteuer ist eine unfaire Doppelbesteuerung. 57% 34% Die Vermögensteuer gefährdet Firmen und deren Arbeitsplätze. 58% Basis: alle Wahlberechtigten(halbes Sample); fehlende Werte: weiß nicht/keine Angabe. Abbildung 22: Argumente für und gegen eine Vermögensteuer; Quelle: eigene Darstellung. 32%