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So gelingt die Digitalisierung der Schulen in Deutschland
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J U L 2021 So gelingt die Digitalisierung der Schulen in Deutschland Sandra Parthie und Dr. Christian Tribowski Es ist hinlänglich bekannt: Deutschlands größte Ressource liegt in der Bildung seiner Bürgerinnen und Bürger. Damit hat auch das deutsche Schulsystem eine herausragende Bedeutung für unser Land: Es soll die Köpfe von morgen hervorbringen, die den zukünftigen Wohlstand und unsere Innovationskraft sichern. Die Corona-Krise hat jedoch einmal mehr gezeigt: Das deut­sche Schulsystem erhält trotzdem seit Jahrzehnten nicht die Aufmerksamkeit, die es aufgrund seiner gesellschaftlichen Be­deutung verdient hätte. Marode Schulgebäude, fehlende Lehr­kräfte und Schulleitungen, veraltete pädagogische Konzepte und die verstärkende Wirkung von sozialen Ungleichheiten, die das Programme for International Student Assessment(PISA) dem deutschen Schulsystem in regelmäßigen Abständen dia­gnostiziert, waren weitestgehend bekannt. Die Pandemie hat jetzt für die breite Öffentlichkeit sichtbar gemacht: die deut­schen Schulen sind kaum digitalisiert. Weder verfügen sie über ausreichende Internetanschlüsse, Computer, Software und digi­tale Lehrmaterialien, noch verfügen alle Lehrkräfte über die nöti­gen digital-pädagogischen Kompetenzen, um Homeschooling zu gestalten. Wie stark das deutsche Schulsystem hinterher hinkt, zeigte eine Sonderauswertung von PISA im Jahr 2020 mit Daten aus dem Jahr 2018. Hinsichtlich der Verfügbarkeit von online-Lehr- und Lernplattformen für Schulen rangierte Deutschland auf Platz 64 von 77 untersuchten Ländern. Vor Deutschland lag Bosnien­Herzegowina und es folgte Albanien. 1 Der wirtschaftliche Schaden der Unterdigitalisierung des Schul­systems ist gigantisch. Auf bis zu 3,3 Billionen Euro schätzt der Bildungsökonom Ludger Wössmann vom ifo-Institut die Fol­gekosten, die durch den Schulausfall während der Pandemie entstanden sind. 2 Noch Jahrzehnte wird die Bundesrepublik als Gemeinschaft diese Lasten tragen. Aber auch die individuellen Vermögenseinbußen der betroffenen Schüler_innen lassen sich heute bereits beziffern. Ihr Lebenseinkommen könnte rund 4,5% niedriger liegen. Auch wenn die Pandemie überstanden ist, nimmt die Notwen­digkeit der Digitalisierung der deutschen Schulen nicht ab. Di­gitale Technologien erleichtern es den Lehrkräften, individuell und zielgerichtet auf Schüler_innen einzugehen. Unser mehr als 150 Jahre altes Konzept von Schule kann dadurch von ei­nem frontalen und linearen Lehrbetrieb weiter zu einer Lern­umwelt umgebaut werden, in der Schüler_innen umfassende Lernerfahrungen in Echtzeit machen und in der ein Lernen im eigenen Takt, je nach individuellen Kenntnissen und Bedarfen, ermöglicht wird. Außerdem gehört der Umgang mit digitalen Medien und Systemen zu den Schlüsselkompetenzen im 21. Jahrhundert. Schulen dürfen also nicht Bremser, sondern müs­sen Vorreiter bei digitalen Konzepten und Technologien sein. Die Arbeitsgemeinschaft Wirtschaft& Digitales des Manager­kreises der Friedrich-Ebert-Stiftung hat deshalb zusammen mit Expert_innen fünf Maßnahmenpakete formuliert, die für eine gelingende Digitalisierung der deutschen Schulen notwendig sind. Im Folgenden stellen wir diese Maßnahmen dar. Ihre Rati­fizierung und Umsetzung liegen dabei auf der Ebene des Bun­des, der Länder und der Kommunen.