Fokus Deutschland Europäische Souveränität IPSOS-Studie für die Jean-Jaurès-Stiftung und die Friedrich-Ebert-Stiftung Die Studie wurde von Ipsos im Auftrag der Jean-Jaurès-Stiftung und der Friedrich-Ebert-Stiftung durchgeführt. Im Zeitraum vom 28. Dezember 2020 bis 8. Januar 2021 wurden 8000 Personen über das Online-Access-Panel von Ipsos befragt. Die Teilnehmer*innen teilen sich in 8 Gruppen zu je 1000 Personen auf, die jeweils einen repräsentativen Querschnitt der Landesbevölkerung im Alter von 18 Jahren und älter von Deutschland, Frankreich, Italien, Lettland, Polen, Schweden, Spanien und Rumänien abbilden. Die Auswahl der befragten Personen erfolgte nach dem Quotenauswahlverfahren(Geschlecht, Alter, Beruf, Größe des Wohnorts, Region). In nachfolgender Zusammenfassung werden die Ergebnisse aus Deutschland vorgestellt. SOUVERÄNITÄT? IN DEUTSCHLAND EIN POSITIVER UND GESCHÄTZTER BEGRIFF »Welche Ideen und Bilder fallen Ihnen spontan ein, wenn Sie das Wort Souveränität hören?« Während die Befragten in Frankreich den Begriff Souveränität überwiegend mit dem semantischen Feld des Königlichen(»König«,»Königin«,»Monarchie« usw.) in Verbindung bringen, spiegeln die Antworten in Deutschland ein deutlich positiveres Meinungsbild bezüglich der Idee der europäischen Souveränität wider: Unabhängigkeit, Staat, Freiheit, Autonomie, Macht, Selbstbestimmtheit, Sicherheit, Vertrauen, Kraft … Der Begriff Souveränität wird von drei Vierteln der Deutschen insgesamt als»etwas eher Positives«(73 %) wahrgenommen. Im Vergleich: Im 8-Länder-Durchschnitt der Studie liegt der Wert bei unter 50 %, in Frankreich bei nur 29 %. Die Deutschen sind zusammen mit den Pol*innen und den Lett*innen auch diejenigen, die den Begriff am häufigsten als»modern« bezeichnen(31 %), während weniger als 10 % den Begriff für »überholt« halten(50 % stimmten für»keines von beiden«). Dies steht im Gegensatz zu den Ergebnissen in Frankreich und Italien, wo die Mehrheit das Adjektiv»überholt« zutreffend findet(49 % bzw. 53 % der Befragten). Dass der Begriff Souveränität keiner bestimmten politischen Ausrichtung zugeordnet wird, ist eine weitere deutsche Besonderheit: 3 % der befragten Person stufen den Begriff als»links« ein, 5 % als »rechts«, während eine große Mehrheit(77 %) ihn für»weder links noch rechts« hält(15 % haben keine Meinung). In den anderen Ländern divergieren die Meinungen stärker. Zwar schreibt die Mehrheit der Europäer*innen(58 %) dem Begriff auch keine politische Ausrichtung zu, doch wird er häufiger mit der Rechten(23 %) als mit der Linken(6 %) assoziiert. Anschließend wurden die Teilnehmer*innen der Befragung aufgefordert, aus einer Liste von Vorschlägen die beiden auszuwählen, die sie am ehesten mit dem Begriff Souveränität in Verbindung bringen. Hier wählten über die Hälfte der Befragten in Deutschland»Unabhängigkeit«(63 % der Antworten) und»Selbstbestimmtheit«(53 %). Auf Platz drei landete»Freiheit« mit 35 % der Antworten. Auch hier zeigt sich, dass die Deutschen dem Begriff mit einem gewissen Wohlwollen be-
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