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Europäische Souveränität: Fokus Frankreich
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Fokus Frankreich Europäische Souveränität IPSOS-Studie für die Jean-Jaurès-Stiftung und die Friedrich-Ebert-Stiftung Die Studie wurde von Ipsos im Auftrag der Jean-Jau­rès-Stiftung und der Friedrich-Ebert-Stiftung durchge­führt. Im Zeitraum vom 28. Dezember 2020 bis 8. Januar 2021 wurden 8000 Personen über das Online-Access-Pa­nel von Ipsos befragt. Die Teilnehmer*innen teilen sich in 8 Gruppen zu je 1000 Personen auf, die jeweils einen repräsentativen Querschnitt der Landesbevölkerung im Alter von 18 Jahren und älter von Deutschland, Frank­reich, Italien, Lettland, Polen, Schweden, Spanien und Rumänien abbilden. Die Auswahl der befragten Perso­nen erfolgte nach dem Quotenauswahlverfahren(Ge­schlecht, Alter, Beruf, Größe des Wohnorts, Region). In nachfolgender Zusammenfassung werden die Ergebnis­se aus Frankreich vorgestellt. SOUVERÄNITÄT? IN FRANKREICH EIN MIT DER MONARCHIE ASSOZIIERTER BEGRIFF Im Vorfeld der Fragen zur europäischen Souveränität hat Ipsos die französischen und deutschen Teilnehmer*innen der Umfrage gefragt, was der Begriff»Souveränität« für sie be­deutet. In Frankreich sind die Antworten unmissverständlich. Von 1000 befragten Personen verbinden 300(!) den Begriff Souveränität spontan mit dem»König«. Eine Rate von 30 % ist für diese Art von offenen Fragen außergewöhnlich. In der Regel liegt die Rate der häufigsten Antworten eher bei etwa 10 %. Das Ergebnis ist umso bemerkenswerter, als eine Reihe weiterer Antworten aus demselben semantischen Feld wie der Begriff»König« stammen:»Königin«(8,7 % der Antwor­ten),»Königtum«(5,7 %),»Herrscher«(4,9 %),»Monarchie« (4,5 %),»Königreich«(4,3 %) sowie»Krone«,»königlich«, »Schloss«,»Prinz« mit jeweils 1 % bis 3 % der Antworten. Zum Vergleich: Die in Deutschland am häufigsten genannten Begriffe liegen alle bei unter 10 %, darunter»Unabhängig­keit«(7,4 % der Antworten),»unabhängig«(4,8 %),»Staat« (4,2 %) und»Freiheit«(3,7 %). Es wäre jedoch falsch, an die­ser Stelle den Schluss zu ziehen, dass es sich hier um zwei ge­gensätzliche Auffassungen handelt. Die in Deutschland ge­nannten Begriffe kommen zu relativ ähnlichen Anteilen auch in Frankreich vor: Der Begriff»unabhängig« wird von 7,9 % der Französinnen und Franzosen genannt, der Begriff»Staat« von 3,7 % und der Begriff»Freiheit« von 2,8 %. Diese Ant­worten werden jedoch von der vorherrschenden Assoziation Souveränität / König in den Schatten gestellt, die das Ver­ständnis des Begriffs zwangsläufig prägt. So geben nur 29 % der Befragten in Frankreich an, mit dem Begriff Souveränität»etwas eher Positives« zu verbinden, im Gegensatz zu fast der Hälfte der Europäer*innen(46 %) und knapp drei Vierteln der Deutschen(73 %). Ebenso hält in Frankreich jeder zweite Befragte den Begriff für»überholt« (49 %) und nur 12 % würden ihn als»modern« bezeichnen. 35 % fanden»keines von beiden« zutreffend. Auch hier zeichnet sich ein relativ deutlicher Unterschied zum europäi­schen Durchschnitt ab(32 %»überholt«, 20 %»modern« und 40 %»keines von beiden«). Noch frappierender ist der Unterschied im Vergleich zu den Ergebnissen in Deutschland (9 %»überholt«, 31 %»modern« und 50 %»keines von bei-