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Europäische Souveränität: Fokus Polen
Entstehung
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Fokus Polen Europäische Souveränität IPSOS-Studie für die Jean-Jaurès-Stiftung und die Friedrich-Ebert-Stiftung Die Studie wurde von Ipsos im Auftrag der Jean-Jau­rès-Stiftung und der Friedrich-Ebert-Stiftung durchge­führt. Im Zeitraum vom 28. Dezember 2020 bis 8. Januar 2021 wurden 8000 Personen über das Online-Access-Pa­nel von Ipsos befragt. Die Teilnehmer*innen teilen sich in 8 Gruppen zu je 1000 Personen auf, die jeweils einen repräsentativen Querschnitt der Landesbevölkerung im Alter von 18 Jahren und älter von Deutschland, Frank­reich, Italien, Lettland, Polen, Schweden, Spanien und Rumänien abbilden. Die Auswahl der befragten Perso­nen erfolgte nach dem Quotenauswahlverfahren(Ge­schlecht, Alter, Beruf, Größe des Wohnorts, Region). In nachfolgender Zusammenfassung werden die Ergebnis­se aus Polen vorgestellt. SOUVERÄNITÄT: EIN SEHR POSITIV BESETZTER BEGRIFF IN POLEN Polen ist in seiner Geschichte nicht häufig souverän gewesen, was eventuell die besondere Wertschätzung des Begriffs er­klärt. Mehr als zwei Drittel der Befragten in Polen(69 %) ver­binden mit dem Begriff»Souveränität« etwas Positives unter den Befragten im Alter von 50 Jahren und älter sind es sogar mehr als drei Viertel. Dies ist zusammen mit Deutschland (73 %) einer der höchsten Werte, die in den acht in die Studie einbezogenen Länder ermittelt wurden. Lediglich 3 % der Be­fragten in Polen verbinden mit dem Begriff»Souveränität« et­was Negatives, während 21 % ihn als»weder positiv noch ne­gativ« beurteilen. Auch wird der Begriff in Polen häufiger als »modern« bezeichnet als im europäischen Durchschnitt(31 % dasselbe Ergebnis wie in Deutschland gegenüber 20 % im Durchschnitt der acht untersuchten Länder), während 17 % der Pol*innen den Begriff für»überholt« halten(32 % im eu­ropäischen Durchschnitt) und 41 % für»keines von beiden« stimmten. Eine Mehrheit der polnischen Befragten schreibt dem Begriff keine politische Ausrichtung zu(46 % verbinden ihn weder mit links noch mit rechts). Die anderen verbinden ihn eher mit dem rechten politischen Spektrum(28 %) als mit dem linken politischen Spektrum(7 %). In Polen wird Souveränität in erster Linie mit»Unabhängig­keit«(65 % der Antworten, d. h. 23 Prozentpunkte über dem europäischen Durchschnitt von 42 %) und»Freiheit«(61 % gegenüber nur 28 % im europäischen Durchschnitt eine be­merkenswerte Differenz von 33 Prozentpunkten) in Verbin­dung gebracht. In keinem anderen Land der Studie wird Sou­veränität in einem solch hohen Maß mit Freiheit assoziiert. Platz drei belegt der Begriff»Selbstbestimmtheit«(40 % der Antworten gegenüber 34 % im europäischen Durchschnitt). »Macht«(9 % der Antworten gegenüber 37 % im europäi­schen Durchschnitt),»Nationalismus«(6 % in Polen, 31 % im Durchschnitt) und»Protektionismus« werden hingegen deut­lich seltener als in den anderen Ländern genannt. Darüber hi­naus wird Souveränität in Polen sehr häufig mit der Idee der »Unabhängigkeit von anderen«(69 % der europäische Re­kordwert in diesem Punkt) und der»Tatsache, nach eigenen Werten und Vorlieben zu leben«(60 %) assoziiert. Die»Fähig­keit, die eigenen Interessen durchzusetzen«(37 %) und die