Synthese Europäische Souveränität IPSOS-Studie für die Jean-Jaurès-Stiftung und die Friedrich-Ebert-Stiftung Im Auftrag der Jean-Jaurès-Stiftung und der Friedrich-Ebert-Stiftung hat Ipsos 8.000 Europäer*innen zum Thema»europäische Souveränität« befragt. Die europäische Souveränität ist zunehmend Gegenstand des politischen Diskurses, sei es auf europäischer Ebene(z. B. in der Rede zur Lage der Union von 2018 1 ) oder auf nationaler Ebene(in Frankreich z. B. François Hollandes Rede vor dem Europäischen Parlament 2015 2 oder Emmanuel Macrons Rede an der Sorbonne 2017 3 ). Der Begriff der europäischen Souveränität hat zwar für diejenigen, die ihn verwenden, eine stark positive Konnotation. Doch gilt dies auch für die, die ihnen zuhören? Wie wird der Begriff der Souveränität in den verschiedenen europäischen Ländern verstanden und bewertet? Unterscheiden sich diese Bewertungen je nach nationalem, sowohl historischem als auch politischem oder sogar geopolitischem Kontext? Wie wird das Nebeneinander der Worte»Souveränität« und»europäisch« wahrgenommen und verstanden? Wird es als widersprüchlich oder als sinnvoll angesehen? Wird Europa schon heute als souverän betrachtet? Sollte seine Souveränität gestärkt werden und wenn ja, aus welchen Gründen? 1 Lage der Union 2018: Die Stunde der europäischen Souveränität, Europäische Kommission. 2 Erklärung des damaligen französischen Staatspräsidenten François Hollande vom 7. Oktober 2015, Vie publique. 3 Initiative für Europa, Rede von Emmanuel Macron für ein souveränes, vereintes und demokratisches Europa, Elysée.fr Um diese Fragen zu beantworten, hat Ipsos zwischen dem 28. Dezember 2020 und dem 8. Januar 2021 8.000 Europäer*innen aus 8 EU-Ländern über das Internet befragt: Frankreich, Deutschland, Spanien, Italien, Lettland, Schweden, Rumänien und Polen. In jedem dieser 8 Länder wurde eine repräsentative Stichprobe der jeweiligen Bevölkerung im Alter von 18 Jahren und älter befragt (Quotenverfahren). SOUVERÄNITÄT WIRD IN DEN VERSCHIEDENEN EU-LÄNDERN SEHR UNTERSCHIEDLICH BEWERTET Bevor über europäische Souveränität gesprochen wird, muss man sich bewusst machen, dass der Begriff der Souveränität in den verschiedenen europäischen Ländern sehr unterschiedlich aufgefasst wird. Positiv wird er von einer großen Mehrheit der Deutschen(73 %), Pol*innen(69 %), Lett*innen(61 %), Rumän*innen(60 %) und in etwas geringerem Maße von den Schwed*innen(56 %) bewertet. In diesen Ländern ruft der Begriff bei weniger als zehn Prozent spontan etwas Negatives hervor(je nach Land bei 2 bis 10 %), während er bei den anderen»weder etwas Positives noch etwas Negatives«(19 bis 29 %) oder überhaupt nichts hervorruft(5 bis 13 %). Hingegen gibt in Frankreich(29 %), Spanien(28 %) und Italien(21 %) nur eine Minderheit positive Bewertungen ab.
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Europäische Souveränität : Synthese ; IPSOS-Studie für die Jean-Jaurès-Stiftung und die Friedrich-Ebert-Stiftung
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