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Welche Folgen hat die Krise für die Gleichstellung von Frauen und Männern?
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DEMOKRATIE IM AUSNAHMEZUSTAND Welche Folgen hat die Krise für die Gleichstellung von Frauen und Männern? Maria Wersig Die Auswirkungen der Pandemie auf die Gleichstellung von Frauen und Männern wurden in den letzten Mona­ten häufiger mit dem Bild eines Brennglases beschrieben. Das Brennglas, das bestehende Ungleichheiten und Un­gerechtigkeiten in einer Gesellschaft sichtbar macht. Denn die Gleichstellung von Frauen und Männern ist in Deutschland bei weitem nicht erreicht. Es fehlt weniger an Wissen, als an einer konsistenten Gleichstellungspoli­tik, die alle relevanten Politikfelder umfasst. Die paritäti­sche Teilhabe von Frauen an Führungspositionen in Poli­tik, Wissenschaft und Wirtschaft ist ebenfalls nicht gege­ben. Der Arbeitsmarkt und die Aufteilung der unbezahl­ten Arbeit der Geschlechter kranken an einem Gender Gap. All dies wurde sichtbar beim Krisenmanagement der letzten Monate dem es gleichwohl nicht gelang, die gleichstellungspolitischen Auswirkungen der Krise in den Blick zu nehmen. Frauen trifft die Krise doppelt Auf dem Arbeitsmarkt und in der Fami­lie. Die Corona-Krise hat eine beträchtliche Gender Dimensi­on: Die Krise trifft Frauen in besonderem Maße, sowohl in ihrem Privat- als auch im Berufsleben. Der Großteil der Beschäftigten in sogenanntensystemrelevanten Berfen sind Frauen. Das sind insbesondere Pflegerinnen, Ärztinnen, Kassiererinnen, Erzieherinnen, Sozialarbeite­rinnen und Lehrerinnen. Berufe mit einem hohen Frau­enanteil- etwa Sozial-, Gesundheits- und Dienstleis­tungsberufe werden schlechter bezahlt und das Kurz­arbeitergeld wird seltener vom Arbeitgeber aufgestockt. Bestehende Diskriminierungen wirken weiter: Nach einer aktuellen Studie der Hans-Böckler-Stiftung führt die Be­rechnung von Lohnersatzleistungen wie Kurzarbeitergeld nach dem Nettoeinkommen wegen der Lohnsteuerklasse V für viele Frauen zu handfesten finanziellen Nachteilen. Die Krise trifft viele Frauen deshalb unmittelbarer. Gleichzeitig war die Zeit derLockdowns mit Schul- und Kitaschließungen für viele keine entspannte Zeit im Homeoffice. Frauen leisten mit fast 80 Prozent schon in normalen Zeiten den überwiegenden Teil der unbezahl­ten Carearbeit, also Erziehungs- und Pflegearbeit. Und sie waren es zum größten Teil nun, die die Betreuung von Kindern übernahmen,(auch) dafür insHomeoffice gingen oder(unbezahlten) Urlaub nahmen. Ein befriste­ter Anspruch auf Entschädigung von Einkommensausfäl­len wegen Kinderbetreuung im Infektionsschutzgesetz sollte zunächst auslaufen. Massive Proteste von Eltern und Verbänden konnten dies schließlich verhindern. Gleichwohl gilt in der Gesetzesbegründung zur Regelung (des§ 56 Abs. 1a IfSchG) weiterhin dasHomeoffice als anspruchsausschließende zumutbare Betreuungsform. Ohne die bezahlte und unbezahlte Arbeit von Frauen geht nichts. Hart trifft die Krise einmal mehr die Alleinerziehenden, die mit Erwerbsarbeit und Sorgearbeit allein zurückgelas­sen wurden. Von den 1,5 Millionen in Deutschland sind über 90 Prozent Frauen. Für sie wurde im Konjunkturpa­ket eine lange überfällige Erhöhung des steuerlichen Entlastungsbetrages für Alleinerziehende beschlossen eine Maßnahme, die zumindest bei den Alleinerziehen­Seite 1