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Position : warum Homöopathie keine Leistung der solidarisch finanzierten Krankenkassen sein sollte
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Natalie Grams, Christian Lübbers DIREKT 19/ 2019 POSITION Warum Homöopathie keine Leistung der solidarisch finanzierten Krankenkassen sein sollte AUF EINEN BLICK Homöopathische Produkte sind beliebt, sie wer‑ den gegen eine Vielzahl von Leiden und Erkran‑ kungen angewendet. Allerdings ist Homöopathie eine pseudomedizinische Methode und es gibt keine belastbaren Beweise für deren Wirksam‑ keit. Bundesgesundheitsminister Spahn hat jüngst darauf hingewiesen, dass die Krankenkassen rund 20 Millionen Euro für Homöopathie im Jahr aus‑ geben. Das mag wenig erscheinen, aber es geht um Grundsätzliches: Die Gesetzliche Krankenver‑ sicherung ist ein solidarisch getragenes System, das keine unwirksamen Methoden finanzieren sollte. Kaum eine andere sogenannte alternative Heilmethode hat hierzulande einen so guten Ruf wie die Homöopathie. Sie gilt als besonders beliebt und glaubwürdig, schließlich ist sie von Gesetzes wegen eine Arzneitherapie. Sie wird nicht nur von Heilpraktiker_innen, sondern auch von approbier‑ ten Ärzt_innen ausgeübt. Bei Kindern und Jugendlichen ist die Erstattung der Homöopathika eine Regelleistung aller gesetzlichen Krankenkassen(GKV). Bei Erwachsenen sind Homöopathika Satzungsleistung. Die ärztliche Homöopa‑ thie als Therapiemethode ist sowohl bei Kindern als auch Erwachsenen eine Satzungsleistung und wird von vielen ge‑ setzlichen Krankenkassen in Deutschland in Gänze oder in Teilen oder bis zu einem gewissen Grenzbetrag erstattet Tendenz steigend. Da es sich bei der Homöopathie um eine pseudomedizinische Methode handelt, ist diese Erstattung jedoch kritisch zu sehen. Aktuell erfährt diese Situation durch eine kürzliche Äußerung des Bundesgesundheitsmi‑ nisters Jens Spahn, an dieser Regelung festzuhalten, beson‑ dere Kritik und Aufmerksamkeit(SPON 2019). Im Folgenden erfahren Sie mehr über die Grundlagen der Homöopathie und die Berechtigung der Kritik an der aktuellen Erstat‑ tungspraxis. ÜBER DIE HOMÖOPATHIE Homöopathie ist eine etwas mehr als 200 Jahre alte Heil‑ methode, die auf den deutschen Arzt Samuel Hahnemann zurückgeht. Häufig wird sie heute mit Naturheilkunde ver‑ wechselt oder gleichgesetzt, der Unterschied könnte je‑ doch kaum größer sein. Von den einstmals enthaltenen Ur‑ sprungsstoffen ist in den höher potenzierten Mitteln, den so genannten Hochpotenzen, nichts mehr enthalten und nicht alle Ursprungsstoffe sind pflanzlicher Art. Auch Pla‑ stik, Berliner Mauer, Eiterbakterien oder Gips kommen zum Einsatz. Aber auch bei niedrigen Potenzstufen besteht kein rationaler Grund zu der Annahme mehr, dass eine physio‑ logische Wirkung ausgelöst werden kann. Ein Stoff in Ab‑ wesenheit kann keine spezifische Wirkung entfalten und bei der Herstellung der Homöopathika entsteht entgegen den Annahmen von Homöopathen keine Energie oder In‑ formation, dieimmateriell auf eineimmaterielle Lebens‑ kraft wirken. Zur Zeit ihrer Erfindung und als Alternative zur damaligen Medizin bedeutete die Homöopathie zwar durchaus einen Fortschritt in der Behandlung kranker Men‑ schen, weil sie die brachialen Methoden unterließ und Pati‑ ent_innen nicht noch weiter schädigte, sie beruhte jedoch von Anfang an auf Denkfehlern und Trugschlüssen. Vor dem Hintergrund des heutigen Wissens kann Homöopathie kein Bestandteil der Medizin mehr sein. GESCHICHTE DER HOMÖOPATHIE Die Homöopathie beruht traditionell auf drei Säulen, von denen jede für sich genommen eine unhaltbare Prämisse >