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Familienrecht : der "vernachlässigte Hinterhof" der israelischen Gesetzgebung
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STUDIE Familienrecht Der»vernachlässigte Hinterhof« der israelischen Gesetzgebung SHIRA NUHAMOVICH Dezember 2018 n Neue Familienmodelle und Rollenverteilungen haben in der israelischen Gesetzge­bung zum Familienrecht bislang keinen Niederschlag gefunden. Aus diesem Grund sind es in erster Linie die auf den öffentlichen Diskurs und die gesellschaftliche Realität reagierenden Gerichte, die die Entwicklung des israelischen Familienrechts prägen. n Zwei parallel bestehende und zum Teil konkurrierende Gerichtsbarkeiten der zivil­rechtlichen und der religiösen Gerichte führen oftmals zu Unsicherheit und Unge­rechtigkeit. Das Geschlecht bildet dabei, insbesondere bei religiösen Gerichten, einen relevanten Aspekt im Hinblick auf den Prozessausgang. Frauen leiden in Ehe- und Scheidungsangelegenheiten sowie im Sorge- und Unterhaltsrecht unter gender­diskriminierenden Einstellungen, die sich in der Rechtsprechung religiöser Gerichte manifestieren. n Ein zentrales Thema der öffentlichen und gender-bezogenen Kontroverse ist das gemeinsame Sorgerecht und dessen Konsequenzen für die Unterhaltspflicht des Mannes. Am Beispiel des Familienrechts zeigt sich, welche schwerwiegenden Konse­quenzen die fehlende Trennung zwischen Staat und Religion in Israel für Frauen hat.