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Der Libanon: Vorläufer des Arabischen Frühlings? : die Jugend ist skeptisch, aber nicht hoffnungslos : FES MENA-Jugendstudie: Länderanalyse Libanon
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STUDIE Der Libanon: Vorläufer des Arabischen Frühlings? Die Jugend ist skeptisch, aber nicht hoffnungslos FES MENA-Jugendstudie: Länderanalyse Libanon STEPHAN ROSINY April 2018 n Der Libanon erlebte bereits im März 2005 einen»Arabischen Frühling«, in dem die damalige Regierung durch Massenproteste gestürzt wurde. Unter der folgen­den politischen Polarisierung und der Blockade staatlicher Institutionen leidet das Land bis heute. Insbesondere die Jugend ist enttäuscht von ihren Politiker_innen und desillusioniert, was den Sturz von Regimes anbelangt. Dies mag ihre große Skepsis gegenüber den Umbrüchen des Arabischen Frühlings von 2011 und den Folgen, insbesondere im Bürgerkriegsland Syrien, erklären. n Auch in anderer Hinsicht nimmt der Libanon eine Vorreiterrolle in der Region ein: Seit jeher spielen hier wirtschaftliche Eigeninitiative und familiärer Zusammenhalt eine entscheidende Rolle für die individuelle Lebensplanung Faktoren, die in den anderen arabischen Ländern erst seit der Krise der neopatrimonialen Versorgungs­staaten an Relevanz gewinnen. n Die MENA-Jugendstudie der Friedrich-Ebert-Stiftung zeigt, dass Demokratie trotz der Enttäuschung über die parlamentarische Praxis unter libanesischen Jugend­lichen mit Abstand die höchste Zustimmungsrate in der Region genießt. Bei aller Frustration über ihre Politiker_innen sind Libanons Jugendliche sehr interessiert an Politik.