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Der Zukunftsfonds Deutschland : ein Weg zur Stärkung des Innovationsstandorts?
Entstehung
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Paul Wolter, Robert Philipps DIREKT 07/ 2019 DER ZUKUNFTSFONDS DEUTSCHLAND Ein Weg zur Stärkung des Innovations­standorts? AUF EINEN BLICK Um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können, brauchen Startups in der Wachstumsphase eine gute Kapitalausstattung. Daran mangelt es aber in Europa, insbesondere im Vergleich zu konkurrie‑ renden Weltregionen wie den USA oder China. Die Schaffung eines professionell gemanagten, staat‑ lichen Dachfonds, der es institutionellen Anlegern wie Versicherungen, Pensionsfonds oder Stiftungen erleichtert, in Wagniskapital zu investieren, könnte Abhilfe schaffen. Das deutsche Startup-Ökosystem gedeiht und ist erwachsen geworden. Im Jahr 2018 sind mehr Wagniskapitalinves­titionen in Deutschland getätigt worden als je zuvor. Die Richtung stimmt, aber bei genauerer Betrachtung kann man noch lange nicht zufrieden sein. Wenn deutsche Startups mit jungen Unternehmen aus dem Silicon Valley oder Chi‑ na konkurrieren, müssen sie hohe Wachstumsraten über einen längeren Zeitraum hinweg aufweisen, um entspre­chend Marktanteile behalten bzw. dazugewinnen zu kön­nen. Ohne dieses schnelle Wachstum ist ein Wettbewerb auf Augenhöhe mit diesen internationalen Akteuren nur schwer zu realisieren. WACHSTUM BRAUCHT KAPITAL DIE VC LÜCKE Wachstum benötigt vor allem Kapital. Das Thema Finanzie‑ rung ist neben dem Thema Fachkräftemangel sicherlich eine der größten Herausforderungen, vor denen deutsche Startups stehen. Der deutsche Wagniskapital-Markt ist bei weitem noch nicht so groß und leistungsstark wie jener in den USA, China oder Israel. Deutschlandweit stieg die Zahl der Finanzierungsrunden im Jahr 2018 gegenüber dem Vorjahr zwar deutlich: um 21 Prozent auf 615. Auch der Gesamtwert der Investitionen in Startups(inklusive durch Börsengänge eingeworbenes Kapital) stieg gegenüber 2017 um fast sieben Prozent auf rund 4,6 Milliarden Euro und übertraf damit den bisheri‑ gen Rekordwert des Vorjahres. Dieses Wachstum lässt sich insbesondere durch die steigende Anzahl großer Deals (zwischen zehn und 50 Millionen Euro) erklären(EY 2019). Diese Entwicklung ist gut, aber nicht ausreichend. Schaut man in die USA, wird deutlich, dass dort andere Maßstä‑ be gelten. Im Jahr 2018 wurden dort insgesamt 115,1 Milli‑ arden Euro Wagniskapital investiert(KPMG 2019). Selbst in Relation zur Wirtschaftsleistung investieren die USA 4,5 Mal so viel in ihre zukünftige Wettbewerbsfähigkeit wie Deutsch‑ land. Dass nach einer Auswertung von McKinsey in den Jahren 2010 bis 2017 in den USA mehr als 50 Milliarden US-Dol‑ lar, in China 30 Milliarden US-Dollar und in Deutschland nur eine Milliarde US-Dollar in Startups aus dem Bereich Auto‑ motive investiert wurden, zeigt im Hinblick auf eine deut‑ sche Schlüsselbranche, wie dünn unsere Kapitalausstattung im internationalen Kontext ist. Welche Auswirkungen das konkret haben kann, zeigen die Beispiele Mytaxi und Uber. Beide wurden im Jahr 2009 gegründet, 2012 hatte Mytaxi noch einen Vorsprung gemessen an seinen Nutzerzahlen. Zeitgleich konnte Uber jedoch die weitaus höheren Invest‑ ments vorweisen: Im Jahr 2013 akkumulierte Uber bereits Investitionen in Höhe von 445 Millionen US-Dollar. Bereits ein Jahr später investierten zwei Venture Capital-Gesell­schaften weitere 2,8 Milliarden US-Dollar in das Unterneh‑ men. Genaue Zahlen sind für Mytaxi nicht bekannt, doch die Investitionen bis zum Verkauf im Jahr 2014 an die Daimler-Tochter Moovel beliefen sich auf einen Bruchteil der Summen, die in Uber flossen. Die Konsequenz: Mytaxi ist seit 2014 ein Teil des Daimler-Konzerns, während Uber >