Sabine Achour& Susanne Wagner „Wer hat, dem wird gegeben.“ Untersuchung zur politischen Bildung an Schulen — Zusammenfassung wesentlicher Erkenntnisse Politische Bildung ist ein zentraler Auftrag von Schule, wird in unterschiedlichen Schulformen aber sehr verschieden umgesetzt. In einer Umfrage unter 3.400 Schüler_innen bestätigt sich das Matthäus-Prinzip„Wer hat, dem wird gegeben“: Politische Bildung für Schüler_innen von Gymnasien ist oftmals nicht nur umfangreicher, sondern die Schüler_innen am Gymnasium schätzen ihn als abwechslungsreicher und partizipativer ein als die Schüler_innen an anderen Schulformen. Ungleiche Teilhabemöglichkeiten an politischer Bildung spiegeln sich auch in den politischen Einstellungen der Schüler_innen wider. Erforderlich ist daher eine Stärkung politischer Bildung an allen Schulen, weil sich herkunftsbedingte Unterschiede der Schüler_innen im Zugang zur politischen Bildung nicht durch die Wahl der Schulform verstärken dürfen. Politische Bildung steht wieder im Interesse von Politik und Öffentlichkeit. Rechtspopulismus, Diskursverschiebungen, Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, Euroskepsis rücken die Bedeutung von Politikkompetenz und Demokratiefähigkeit für das Bestehen einer offenen Gesellschaft ins Zentrum der Aufmerksamkeit (Achour 2018). Dabei ist die Schule die Institution, die prinzipiell alle jungen Bürger_innen unabhängig vom sozialen, kulturellen und ökonomischen Status des Elternhauses erreichen und auf die Bürgerrolle in der Demokratie vorbereiten soll. Wer hat, dem wird gegeben: Die Ergebnisse der vorliegenden Untersuchung bestätigen allerdings eher das Phänomen einer politischen Ungleichheit entlang der sozialen Ungleichheit(Schäfer 2015) schon in der Institution Schule: Vor allem die Schüler_innen an den Gymnasien, welche häufiger aus bildungsnahen Elternhäusern kommen, über ein höheres kulturelles und oft auch soziales Kapital verfügen 1 , profitieren nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ von den hochwertigeren Angeboten der politischen Bildung.„Wer hat, dem wird gegeben“, so lassen sich die Ergebnisse zusammenfassen. Diese ergeben sich aus den folgenden, untersuchten Fragestellungen: Welche Angebote politischer Bildung existieren in den unterschiedlichen Schulformen und Jahrgangsstufen ab Klasse 9 und wie gestaltet sich die Qualität des Unterrichts aus Sicht der Schüler_innen? Wie verhält es sich mit ihrer Politikkompetenz, ihrem Vertrauen in die Demokratie und deren Institutionen, ihrer Partizipation(sbereitschaft), ihren Einstellungen zu demokratischen Grundwerten und zu sozialen Gruppen wie Migrant_innen, Menschen muslimischen und jüdischen Glaubens? Zur Studie: Befragt wurden(paper/ pencil) knapp 3.400 Schüler_innen an 99 Schulen in den Klassen 9-13 verschiedener Schulformen: Gymnasien, sonstige allgemeinbildende Schulen 2 , berufliche Gymnasien,
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"Wer hat, dem wird gegeben." : Untersuchung zur politischen Bildung an Schulen - Zusammenfassung wesentlicher Erkenntnisse
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