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Privatschulen in Deutschland - neue Studie zu Trends und Leistungsvergleichen : Ergebnisse der Diskussionsrunde am 15. März 2018
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Valerie Lange Privatschulen in Deutschland Neue Studie zu Trends und Leistungsvergleichen Ergebnisse der Diskussionsrunde am 15. März 2018 Privatschulen für die einen sind sie elitäre Einrich­tungen, Angebote vor allem für Kinder und Jugend­liche reicher Eltern, gar ein Beleg für die Käuflichkeit von Bildung. Für die anderen sind sie eine willkom­mene Bereicherung des öffentlichen Schulwesens, Garanten für Vielfalt und Qualitätsentwicklung durch Wettbewerb, die innovativen, reformfreudigeren, viel­leicht qualitativ besseren Schulen. Wer hat recht? Bei einer öffentlichen Diskussionsveranstaltung wurde engagiert über Trends, Kompetenzentwicklung und soziale Selektivität im Vergleich zwischen öffentli­chen und privaten Schulen diskutiert. Grundlage war die neue Studie des Netzwerk Bildung der Friedrich­Ebert-Stiftung. Mythos oder Wahrheit: Der Privatschulboom sind es nun 9,9 Prozent. Von einem Privatschulboom kann also, entgegen der landläufigen Annahme, nicht gesprochen werden. Am 15. März 2018 wurde die neue Studie des Netzwerk Bildung der Friedrich-Ebert-StiftungPrivatschulen in Deutschland Trends und Leistungsvergleiche 1 vorge­stellt. Die Autor_innen Klaus Klemm, Lars Hoffmann, Kai Maaz und Petra Stanat aktualisieren aktuelle Zah­len zu Privatschulen und Daten aus den IQB-Bildungs­trends der Jahre 2015 und 2016 und schaffen so eine solide Grundlage für eine weiterführende Diskussion über das Privatschulwesen in Deutschland. In der Debatte um Privatschulen ist eine der häufigsten Behauptungen, dass der Anteil freier Schulen in den letzten Jahren stark zugenommen habe und dieser Zuwachs das öffentliche Schulsystem gefährde. Statis­tisch gesehen, so erklärt Prof. i.R. Dr. Klaus Klemm, Universität Duisburg-Essen, als ein erstes Ergebnis der Studie, könne diese Annahme nicht belegt werden. Seit 1992 ist der Anteil freier Schulen um 4,2 Prozent an­gewachsen, wobei der Anstieg insbesondere auf den Aufbau des Privatschulwesens in den ostdeutschen Ländern zurückzuführen ist: Während hier 1992 nur 0,9 Prozent der Schulen in freier Trägerschaft waren, Allerdings, darauf weist Prof. Dr. Marcel Helbig, Univer­sität Erfurt, Lehrstuhl Bildung und soziale Ungleichheit, sowie Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, hin, ist die Situation regional sehr unterschiedlich. In Schwerin etwa seien 40 Prozent aller Grundschulen in privater Trägerschaft, inklusive der Waldorfschulen so­gar 44 Prozent, in Potsdam 32 Prozent und in Rostock, Greifswald und Neubrandenburg 30 Prozent.Aus mei­ner Sicht versagen einige Kommunen und Landesre­gierungen bei der Zulassung privater Schulen in ihrer Aufsichtsfunktion. Denn freie Grundschulen dürfen laut Artikel 7(5) Grundgesetz nur dann eröffnet werden, wenn ein besonderes pädagogisches Interesse besteht. Allerdings ist auch richtig, dass es rechtlich extrem schwierig ist, ein solches pädagogisches Interesse zu definieren, so Helbig weiter.