L S a c n h de w sbü e r r o i M n e , ck J l a en n b u ur a gr Vo 2 rp 0 o 1 m 4 mern | Heft Nr. 1 Schwerin, Januar 2014| Heft Nr. 1 Weiter denken… 1 W e i t e r d e n k e n … Diskussionsimpulse des Landesbüros Mecklenburg-Vorpommern der Friedrich-Ebert-Stiftung Energiewende in Mecklenburg-Vorpommern Wirtschaftlich erfolgreich, bürgernah, sozial und ökologisch verantwortlich Die Energiewende in Mecklenburg-Vorpommern wirtschaftlich erfolgreich, bürgernah, sozial und ökologisch verantwortlich gestalten! Wie soll das gehen? Um sich der Beantwortung dieser Frage zu nähern, muss zunächst hinterfragt werden, was unter dem medial oft einseitig gedeuteten Begriff„Energiewende“ eigentlich zu verstehen ist. Die sofortige Assoziation des Ausstiegs aus der Atomenergie ist spätestens seit dem Unglück von Fukushima erste Reaktion und allseits präsent. Doch die Energiewende bedeutet mehr als die alleinige Fokussierung auf den Ausstieg aus der Kernenergie. Vielmehr meint der Begriff in seiner politischen Dimension nicht weniger als die konsequente weltweite Umstellung der Energiesysteme von fossilen Energieträgern wie Kohle, Öl und Gas hin zu erneuerbaren Quellen. Hierzu zählen neben Windkraft und Sonnenenergie auch Biomasse, Wasserkraft und Erdwärme. Die Umsetzung der Energiewende ist sehr komplex und berührt nahezu alle politischen und gesellschaftlichen Bereiche. Es geht zum einen um eine deutliche Senkung der Treibhausgasemissionen. Zum anderen geht es aber auch um die Schaffung neuer Arbeitsplätze und um Bürgerbeteiligungen. Die Energiewende umfasst die Bereiche Strom, Wärmeversorgung sowie Verkehr und setzt eine Steigerung der Energieeffizienz sowie die Nutzung von Einsparpotentialen voraus. Ein weiterer Eckpfeiler für den Erfolg der Energiewende ist die Transformation von zentralen Strukturen und Monopolinhabern in Form von wenigen globalen Energieunternehmen hin zu kleinen dezentralen Einheiten, die eine Beteiligung der Menschen vor Ort ermöglichen. Deutschland als große Industrienation hat eine Vorreiterrolle bei der Energiewende übernommen. Vor dem Hintergrund der aktuellen Zielsetzungen der Europäischen Kommission für das Jahr 2030 ist Deutschland in der Verantwortung zu zeigen, wie ernst es die Vorreiterposition in Europa nimmt. Dieser Prozess steht am Anfang und wird noch viele Jahrzehnte andauern. Vor dem Hintergrund dieses Verständnisses wird eines deutlich: Die Energiewende ist bereits Teil unseres Lebens und sie ist aufgrund des Klimawandels und der Endlichkeit fossiler Energieträger unumkehrbar. Dem Land Mecklenburg-Vorpommern fällt aufgrund des politischen Konsenses bezüglich des Einsatzes Erneuerbarer Energien, seiner Struktur und seinen geographischen Voraussetzungen bei diesem politisch aufregenden und einmaligen Prozess eine besondere Bedeutung zu. Bereits heute deckt Mecklenburg-Vorpommern seinen Strombedarf rechnerisch zu über 100 % aus Erneuerbaren Energien und gilt als positives Beispiel für die Umsetzung der Energiewende. Mit dieser Rolle ist jedoch nicht nur eine historisch einmalige Chance, sondern auch eine große Verantwortung verbunden. Mit der Umstellung auf Erneuerbare Energien entsteht ein neuer Industriezweig. Er ermöglicht Beschäftigung und bildet die Grundlage neuer Wertschöpfungspotentiale. Die Politik muss in den kommenden Jahren alles daran setzen, das Land zum Innovations- und Forschungsstandort für Erneuerbare Energien auszubauen, denn das Zeitfenster zur Umsetzung der Energiewende ist begrenzt. Wie kann die Zukunft aussehen? Bei der aktuellen Erarbeitung eines Landesenergiekonzepts ist das Land mit der Öffnung für eine breite Bürgerbeteiligung neue Wege gegangen. Das vorliegende Papier zeigt den aktuellen Entwicklungsstand, benennt Zeit- und Handlungsfelder zur Umsetzung der Energiewende in Mecklenburg-Vorpommern und thematisiert Gestaltungsmöglichkeiten. Es soll Ausblicke und Anregungen geben. Rudolf Borchert Energiepolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Landtag Mecklenburg-Vorpommern Frederic Werner Büroleiter des Landesbüros Mecklenburg-Vorpommern der Friedrich-Ebert-Stiftung
Heft
(2014) 1. Energiewende in Mecklenburg-Vorpommern : wirtschaftlich erfolgreich, bürgerlich, sozial und ökologisch verantwortlich
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