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(2022) 3. "Alles kostet Geld, aber man kann nicht alles mit Geld richten" : vom Wandel zum Fortschritt: Hoffnungen und Ängste vor der digitalen und ökologischen Transformation in Nordrhein-Westfalen
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Ausgabe 3| 2022 Diskussionspapier des Landesbüros NRW der Friedrich-Ebert-Stiftung Jana Faus/Simon Storks/Selina Alin, pollytix strategic research gmbh Alles kostet Geld, aber man kann nicht alles mit Geld richten Vom Wandel zum Fortschritt: Hoffnungen und Ängste vor der digitalen und ökologischen Transformation in Nordrhein-Westfalen. Nordrhein-Westfalen steht mit der digitalen und ökologi­schen Transformation vor großen Veränderungen. Doch es gibt keine Aufbruchstimmung. Die Menschen wünschen sich eine Verschnaufpause, ihr Sicherheitsbedürfnis ist ausge­prägt und nimmt zu. Von der Landespolitik wird erwartet, dass sie für Planungs- und Erwartungssicherheit sorgt. Gerade für ein Industrieland wie Nordrhein-Westfalen bringen De­karbonisierung und Digitalisierung grundlegende Veränderungen: Der Kohleausstieg im Rheinischen Revier, der anhaltende Struktur­wandel im Ruhrgebiet, tiefgreifende Umstellungen in der Stahl-, Metall- und Chemieindustrie sind Ausdruck davon. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine, die steigenden Energiepreise sowie neue Fragen der Energieversorgung haben den Veränderungsdruck noch einmal deutlich erhöht. Wenn die Transformation in Deutschland erfolgreich sein soll, muss sie vor allem im bevölkerungsreichsten Bundesland gelingen. Wesentliche Ergebnisse der Studie In einer qualitativen Untersuchung für das Landesbüro NRW der Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. wurde im Januar 2022, also vor Be­Jana Faus ist Diplom-Sozialwissenschaftlerin, Grün­derin und Geschäftsführerin der Berliner Forschungs­und Beratungsagentur pollytix strategic research gmbh. Sie forscht seit mehr als 15 Jahren zu politi­schen und gesellschaftlichen Themen in Asien, Aust­ralien und Deutschland und ist Autorin mehrerer Studien und Publikationen. Mit pollytix berät sie auf Basis qualitativer und quantitativer Forschung Kund_ inn­en aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaft strate­gisch zu gesellschaftlichen und politischen Fragen. Simon Storks ist Soziologe M.A. und spezialisiert auf politische Partizipationsforschung sowie Metho­den der empirischen Sozialforschung. Er ist Senior Be­rater bei der Forschungs- und Beratungsagentur pollytix strategic research gmbh und hat zahlreiche qualitative und quantitative Studien zu gesellschafts­politischen Fragen durchgeführt und publiziert. Selina Alin ist Soziologin M.A. und hat ihre Schwerpunkte in der politischen Soziologie sowie der Migrations- und Geschlechterforschung. Sie ist Projektmanagerin bei der Forschungs- und Bera­tungsagentur pollytix strategic research gmbh und war bei der Durchführung verschiedener qualitativer Forschungsprojekte beteiligt. ginn des Ukraine-Krieges, anhand von Fokusgruppen die aktuelle Einstellung der Menschen im Bundesland untersucht. Das wich­tigste Ergebnis der Studie ist: Krisenmüdigkeit greift um sich. Politisch und institutionell gibt es einen Vertrauensverlust , ge­sellschaftlich ist das Gefühl einer zunehmenden Fragmentierung entstanden. Einige Menschen haben mit einem Rückzug ins Pri­vate reagiert. Sie fragen sich, was die digitale und ökologische Transformation für das eigene Leben bedeutet. Damit die Bevölkerung Veränderungen mitträgt, muss aus der Sicht der Befragten verstärkt kommuniziert werden, warum, wie und mit welchem Ziel eine bestimmte Maßnahme durchgesetzt wird. Die Erfahrungen aus zwei Jahren Pandemie zeigen:Maßnamenwirr­warr und fehlende politische Richtungsdefinition mündeten in einer starken Politik- und Institutionen-Verdrossenheit . Dieser Vertrauensverlust hat einen Keil zwischen Bürger_innen und Politik getrieben. An dieser Stelle könnte auch politische Bil­dung ansetzen, um das Verhältnis wiederzubeleben bzw. zu stär­ken. Klimaschutz sowie die digitale und ökologische Transforma­tion sollten als gesamtgesellschaftliche Aufgaben begriffen werden. Häufig fehlen in der Bevölkerung Nordrhein-Westfalens jedoch noch die Vorstellung über das tatsächliche Ausmaß der Transfor­mation und den nachhaltigen Einfluss, den diese auf das Land ausüben werden. Die Bevölkerung muss abgeholt und bei der Ge­staltung mitgenommen werden. Hier liegen Potenzial, die politi­sche Selbstwirksamkeit der Bürger_innen zu stärken. Bürger_innen und Politik müssen wieder stärker in Dialog treten. Damit die Transformation für Nordrhein-Westfalen eine Erfolgs­geschichte wird, müssen die ökonomischen Probleme und so­zialen Konflikte antizipiert und adressiert werden. Getroffene Maßnahmen und eingeleitete Prozesse müssen nicht nur auf Ak­zeptanz, sondern auf Unterstützung der Bürger_innen des Landes Landesbüro NRW