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(2022) 4. Die Übergangenen: strukturschwach & erfahrungsstark : gesonderte Aufbereitung der Ergebnisse aus der Befragungsregion Duisburg & Bochum
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Ausgabe 4| 2022 Diskussionspapier des Landesbüros NRW der Friedrich-Ebert-Stiftung Johanna Siebert Die Übergangenen: Strukturschwach& erfahrungsstark Gesonderte Aufbereitung der Ergebnisse aus der Befragungsregion Duisburg& Bochum Für Menschen in strukturschwachen Regionen sind Kinder­und Altersarmut, Einwanderung und Vermögensungleich­heit die größten Probleme und weniger der Klimawandel. Erkenntnisse für Nordrhein-Westfalen aus einer bundeswei­ten Studie. Im Rahmen des ProjektsDie Übergangenen: Strukturschwach& erfahrungsstark zeigten Befragungen in vier strukturschwachen Regionen: Als wichtigste kollektive Herausforderung wird die so­ziale Gerechtigkeit betrachtet. Erst recht deutlich wird dies auf regionaler Ebene. Es dominieren soziale Nöte, wie Kinder- und Altersarmut, Vermögensungleichheit oder Lohngefälle. Klima- und Umwelt werden zwar als kollektive und nationale Heraus­forderung anerkannt. Mit Blick auf das lokale Alltagsumfeld sind jedoch soziale Fragen und das Gefühl, übergangen zu werden entscheidender. Für die Politik ergibt sich daraus weiterer Handlungsbedarf: Um gesellschaftliche Mehrheiten und Akzeptanz zu erreichen sowie sozialen Zusammenhalt zu stärken, sollten regionale Unterschiede verringert werden. Insbesondere eine gerechte Klimapolitik in Ver­bindung mit zielgerichteten sozialpolitischen Maßnahmen könn­ten dazu beitragen, Ungleichgewichte in strukturschwachen Regio­nen abzubauen. Stimmungsbild aus NRW-Brennpunkten Die Ruhrgebietsstädte Duisburg und Bochum liegen in einer Re­gion, die bereits umfassende Erfahrung mit strukturellen Umbrü­chen hat. So hat sich das einst größte industrielle Ballungszentrum Europas durch den Niedergang des Bergbaus und der Stahlindus­Johanna Siebert ist Projektmanagerin im The­menschwerpunkt Green New Deal beim Pro­gres­siven Zentrum und koordiniert dort das StudienprojektDie Übergangenen. In voran­gegangenen Tätigkeiten arbeitete sie als Bil­dungsreferentin im NGO-Sektor sowie als frei­berufliche Wissenschaftlerin für das Deutsche Zentrum für Integrations- und Migrationsfor­schung(DeZIM). trie fundamental gewandelt. Im Zuge der Digitalisierung und der Energiewende ist das Ruhrgebiet erneut massiven strukturellen Veränderungen ausgesetzt. Die Region bietet daher ein hohes Erkenntnispotenzial für die Ana­lyse gesellschaftlicher Einstellungen zum Wandel. Bezogen auf die Ruhrgebietsstädte gibt es einige Ergebnisse, die hervorstechen. Ergebnis 1: Sorge vor Immigration In den Befragungsorten Duisburg und Bochum ergibt sich teilweise ein Bild, das vom generellen Trend abweicht. Während in den an­deren Befragungsregionen 1 derUmwelt- und Klimaschutz bei der Frage nach den großen Herausforderungen der Zukunft den ersten oder zweiten Platz einnimmt, rückt in diesem Teil des Ruhr­gebietsImmigration in den Vordergrund, wie Abbildung 1 zeigt. Das Thema Immigration liegt mit 12 Nennungen auf Platz zwei hinterSozialen Herausforderungen(16 Nennungen). Die ent­sprechenden Antworten umfassen ein breites Spektrum: Es reicht Abb. 1 Die großen Herausforderungen der Zukunft* von 55 Befragten in Duisburg und Bochum Soziale Herausforderungen Immigration 16(21,8%) 12(16,4%) Umwelt- und Klimaschutz 9(16,4%) Wirtschaftliche Zukunft Deutschlands 7(12,7%) Sonstiges 7(12,7%) 0 5 10 15 20 Anzahl der Nennungen * Die 5 meistgenannten Antworten, Mehrfachnennungen möglich. Landesbüro NRW