Israel Kontrovers Nr. 17 13. März 2016 Gas-Bonanza in Israel – Geld, Interessen, Demokratie? Liebe Leserin, lieber Leser, in den vergangenen zwanzig Jahren wurden mehrere Gasvorkommen vor der israelischen Küste entdeckt, darunter in jüngerer Zeit die beiden großen Offshore-Felder Tamar und Leviathan . Mit einem geschätzten Volumen von etwa 750 Mrd. Kubikmeter Erdgas können diese zwar einem Vergleich mit den bedeutenden Reservoirs der wichtigsten Kohlenwasserstoffproduzenten der Region nicht standhalten. Doch sind sie angesichts der geopolitischen Isolation und der damit einhergehenden Schwierigkeiten bei der Energieversorgung Israels ein wichtiger Faktor für die Energiesicherheit des Landes. Die Erschließung der Erdgasfelder und die Regulierung des Gasmarktes provozierten heftige Auseinandersetzungen in der israelischen Öffentlichkeit. Dabei ging es weniger um die Konsequenzen für die Biosphäre oder Fragen der landseitigen Verteilung, als um den politischen Prozess der Entscheidungsfindung, die Verteilung der Erträge aus dem Erdgashandel sowie die Konzessionen für den Gasexport. Die Kontroverse führte nicht nur zu großen Demonstrationen, sondern auch zu einem Verfahren vor dem Obersten Gerichtshof, bei dem im Februar Premierminister Benjamin Netanyahu selbst zu einer Anhörung erschien. Für die vorliegende Ausgabe der Israel Debates haben wir zwei Autoren um ihre Meinung zur umstrittenen Angelegenheit gebeten. Wir wollen auf diesem Weg die jeweiligen Argumente und Interessen näher beleuchten.
Heft
(2016) 17
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