Schlaglicht Israel Nr. 3/18 Aktuelles aus israelischen Tageszeitungen 1.-15. Februar Die Themen dieser Ausgabe 1. Polizei empfiehlt Anklage gegen Netanyahu..................................................................................................................... 1 2. Israelischer Kampfjet abgeschossen................................................................................................................................. 3 3. Polnische Regierung ratifiziert Holocaust-Gesetz............................................................................................................. 5 4. Medienquerschnitt............................................................................................................................................................. 6 1. Polizei empfiehlt Anklage gegen Netanyahu Wegen Bestechlichkeit, Betrug und Vertrauensbruch empfiehlt Israels Polizei eine Anklage gegen Ministerpräsident Benjamin Netanyahu. Fast 14 Monate dauerten die Untersuchungen in zwei Fällen. Darin geht es einmal um teure Geschenke zweier befreundeter Milliardäre, zum anderen um eine positivere Berichterstattung in der Tageszeitung Yedioth Ahronoth. Netanyahu nannte den Polizeibericht„radikal“ und„irreführend“. Das Dokument sei„so löchrig wie ein Schweizer Käse“, meinte er und versprach, dass„die Koalition bis zum Ende der Regierungsperiode“ durchhalten werde. Ob es zur Anklage kommen wird oder nicht, liegt in den Händen von Oberstaatsanwalt Avichai Mendelblit. Die Opposition forderte Netanyahu zum Rücktritt auf. Yair Lapid, Chef von Yesh Atid, der für seine Mitarbeit bei den polizeilichen Ermittlungen von Likud-Abgeordneten als„Verräter“ geschimpft wurde, verteidigte sein Verhalten.„Wie jeder gesetzestreue Bürger, der von der Polizei gebeten wird, der Wahrheitsfindung zu helfen, habe ich alle ihre Fragen beantwortet.“ Netanyahu scheint sich keiner Schuld bewusst zu sein. Tatsächlich bestreitet er nicht, Geschenke von Arnon Milchan, einem aus Israel stammenden Hollywood-Produzenten, entgegengenommen zu haben wie auch von dem australischen Milliardär James Packer. Mit Milchan verbinde ihn„eine fast 20jährige Freundschaft“, meinte er. Da habe es viele Gelegenheiten gegeben, an denen man sich gegenseitig Geschenke machte. Reality Check: Justice needs to be blind (…) Netanyahu and his supporters cannot suddenly demand any postponement of the police findings or downplay the seriousness of the recommendations because of a sudden security escalation.(…) there should be no special privileges for a prime minister suspected of wrongdoing. The heavy duties of state do not outweigh an individual’s responsibility to act within the letter of the law and the wheels of justice must continue turning no matter the circumstances. (…) why did Alsheich suddenly feel the need to expose himself on prime-time television? Such a miscalculation on the part of the police chief adds another dent to the not-so-immaculate image of the Israel Police(…). Alsheich’s parachuting into the top job from the outside was meant to signify a cleaning of the stables and the restoration of the police’s reputation as an organization fit for purpose. If that was the aim of Alsheich’s TV appearance, then it backfired spectacularly.(…) But in one important respect the prime minister is right: there needs to be an immediate investigation into Alsheich’s allegations. If in Alsheich’s words a“powerful figure” – clearly referring to Netanyahu – did hire private investigators in an attempt to intimidate police investigators, then this is a crime far more serious than the ones the prime minister is currently accused of.(…) Jeff Barak, JPO, 11.02.18 1
Heft
(2018) 3
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