Schlaglicht Israel Nr. 14/18 Aktuelles aus israelischen Tageszeitungen 16.-31. Juli Die Themen dieser Ausgabe 1. Knesset stimmt für Nationalstaatsgesetz..................................................................................................................... 1 2. Keine Leihmütter für homosexuelle Männer................................................................................................................. 5 3. Kriegsgefahr noch nicht gebannt.................................................................................................................................. 6 4. Medienquerschnitt........................................................................................................................................................... 8 1. Knesset stimmt für Nationalstaatsgesetz Mit knapper Mehrheit von 62 zu 55 Stimmen entschieden die Abgeordneten der Knesset für das umstrittene Nationalstaatsgesetz. Ziel des neuen Grundgesetzes ist es, den“Charakter Israels als nationales Heim des jüdischen Volkes”, zu festigen. Das Rückkehrrecht für Juden aus aller Welt, nationale Symbole, jüdische Feiertage und Hebräisch als einzige offizielle Landessprache gehören dazu. Bislang galt auch Arabisch als Landessprache. Der exakte Status des Arabischen soll noch geregelt werden.“Das Nationalstaatsgesetz ist zweifellos der Tiefpunkt der chronischen Krankheit, die die Demokratie plagt”, meinte der arabische Abgeordnete Ahmad Tibi(Vereinte Liste). Ab sofort gäbe es zwei Gruppen von Bürgern:“eine Gruppe der Juden, die Rechte haben, und eine andere der tolerierten Gäste”. Wenn das kein Rassismus sei, wisse er nicht, wie er es nennen solle. Tibi repräsentiert die knapp 20 Prozent arabischen Staatsbürger Israels. Da es sich um ein Grundgesetz handelt, war eine absolute Mehrheit bei der Abstimmung nötig. Staatspräsident Reuven Rivlin distanzierte sich auf für sein Amt ungewöhnlich scharfe Weise von dem Gesetz, das “dem jüdischen Volk in der Welt und in Israel” schaden könne. Auf breite Solidarität stieß vor allem die drusische Bevölkerung in Israel. An einer Demonstration gegen das Nationalstaatsgesetz, das Anführer der drusischen Minderheit initiiert hatten, nahmen am 4.8.2018 in Tel Aviv Zehntausende Bürger_innen, unter ihnen auch viele Juden und Jüdinnen, teil. Mehrere Offiziere der Armee, die der drusischen Gemeinde angehören, quittierten aus Protest gegen das neue Grundgesetz ihren Dienst. Don’t soften it, bury it (…) The problem with the nation-state bill is not only what’s in it, but also what’s not. The bill’s authors made sure to remove any commitment to the principles of the Declaration of Independence, most prominently the principle of equal rights for all its citizens. (…) the clause which says the state will work to preserve its ties with Diaspora Jews was amended. The aim of the change is embarrassing: The government wants Israel to be able to continue to undermine these ties, for example, with its moves against Reform Judaism and the disputes regarding prayer at the Western Wall.(…) The fact that the state is defining itself as religious – a definition that was deliberately omitted from the Declaration of Independence – provides more encouragement for the caustic processes of religious coercion and the destructiveness inherent in the bill. There’s no doubt that this will be used to justify demands to intensify the influence of religion on the state. The nationstate bill is a shameful initiative in any version(…). Israel doesn’t need a law that defines it as the nation-state of the Jewish people, casts a heavy pall over its democratic character and harms its minorities and those who aren’t considered Jewish under 1
Heft
(2018) 14
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