Schlaglicht Israel Nr. 23/18 Aktuelles aus israelischen Tageszeitungen 16.-31. Dezember Die Themen dieser Ausgabe 1. Vorgezogene Neuwahlen im April...................................................................................................................................1 2. Trump will US-Truppen aus Syrien abziehen................................................................................................................4 3. Trauer um Amos Oz.........................................................................................................................................................6 4. Medienquerschnitt............................................................................................................................................................8 1. Vorgezogene Neuwahlen im April In Israel soll bereits am 9. April ein neues Parlament gewählt werden. Bislang lehnte Ministerpräsident Benjamin Netanyahu, dessen Regierung schon einige Zeit in der Krise steckte, Neuwahlen ab. Netanyahu sagte bei einer Sitzung seiner Likud-Partei, er erhoffe sich von den Neuwahlen"ein klares Mandat für unsere Regierung, ihren Weg fortzusetzen“. Ausführlich umriss er die Erfolge seiner bisherigen Regierungszeit im politischen, wirtschaftlichen und militärischen Bereich, darunter die Entscheidung des US-Präsidenten Donald Trump vor einem Jahr, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen. Noch vier Wochen vorher hatte Netanyahu seine Koalitionspartner mit Hinweis auf die Sicherheitslage an der Grenze zum Libanon vor vorgezogenen Neuwahlen gewarnt. Was ihn zum Umdenken motiviert haben dürfte, ist die drohende Anklageschrift in mindestens zwei Korruptionsfällen. Netanyahu baut darauf, dass die Verfahren erst nach den Wahlen eingeleitet werden, wenn überhaupt. Der frühere Generalstabschef Benny Gantz kündigte seine Kandidatur mit einer eigenen Partei an. Bildungsminister Naftali Bennett und Justizministerin Ayelet Shaked trennten sich von der Siedlerpartei Habayit Hayehudi und wollen versuchen, mit der„Neuen Rechten“ religiöse und weltliche Wähler für sich zu gewinnen. By calling early elections, Netanyahu is taking the gamble of his life (…) The supreme and only priority that has dictated Netanyahu’s steps from that evening until now is his complicated legal situation.(…) A bribery indictment in one or two cases and is unavoidable. He is going to a lightning election, by Israeli standards, with a campaign season of 106 days, in the hope that the attorney general’s decision won’t be publicized during the course of the campaign. The possibility that he won’t be reelected, and that he will eventually be treated by the justice system like any other citizen, is a calculated risk. With his decision, Netanyahu wants to challenge the attorney general and to prevent a situation in which Mendelblit's decision will be made public right on the eve of the election(…). He is gambling that Mendelblit will be deterred from such a dramatic step and will wait until after the election. That is the gamble of his life, no less. Yossi Verter, HAA, 24.12.18 Israel holding elections for sake of Netanyahu’s personal interests (…) The coalition heads were not the ones who decided to call early elections,(…) they would have preferred to keep the current government alive for 1
Heft
(2018) 23
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