Schlaglicht Israel Nr. 8/19 Aktuelles aus israelischen Tageszeitungen 16.-30. April Die Themen dieser Ausgabe 1. Netanyahu nimmt Koalitionsverhandlungen auf.......................................................................................................... 1 2. Trumps Jahrhunderteplan für Frieden im Nahen Osten.............................................................................................. 4 3. Pessach 2019................................................................................................................................................................... 6 4. Medienquerschnitt........................................................................................................................................................... 7 1. Netanyahu nimmt Koalitionsverhandlungen auf Ausgerechnet Avigdor Liberman, der mit seinem Rücktritt als Verteidigungsminister im letzten Jahr mit für den vorgezogenen Termin der Parlamentswahlen sorgte, war Benjamin Netanyahus erster Ansprechpartner bei den Koalitionsverhandlungen. Staatspräsident Reuven Rivlin hatte zuvor den amtierenden Ministerpräsidenten erneut mit der Regierungsbildung beauftragt. Netanyahu hatte bei den Parlamentswahlen am 9. April mit 35 der 120 Abgeordnetensitze ein Unentschieden mit der oppositionellen Mittepartei Blau-Weiß unter dem Vorsitz von Ex-Generalstabschef Benny Gantz erreicht, galt jedoch stets als der Politiker mit den besseren Chancen für eine Mehrheitskoalition. Das Lager rechter und religiöser Parteien stellt eine klare Mehrheit in der Knesset. Schwierig dürfte für Netanyahu werden, die Forderungen der verschiedenen potenziellen Koalitionspartner unter einen Hut zu bringen. Liberman fordert die Rekrutierung der ultraorthodoxen Männer. Die strengreligiösen Parteien Shas und Vereinigtes Tora-Judentum lehnen die Wehrpflicht für alle jedoch entschieden ab. Grund für Libermans Rücktritt war auch Netanyahus Politik gegenüber der Hamas im Gazastreifen. Ginge es nach Liberman, müsse die Armee entschiedener gegen die palästinensischen Islamisten vorgehen. Der frühere Verteidigungsminister kritisierte zudem die Finanzhilfen an die Hamas aus Katar, die Netanyahu zuließ. Israel`s election results show broad consensus on diplomatic and defense (…) beyond the harsh rhetoric, one can discern a broad consensus in Israel for the outgoing government’s actual diplomatic and defense policies. Both the Likud and Blue-White parties almost entirely ignored the broader Palestinian issue throughout the election campaign.(…) the lieutenant-generals in Blue-White(…) continually sought to prove that they were not“left wing,” and were not contemplating any West Bank withdrawals. The Labor Party – still identified in the minds of many with the failed Oslo process – largely evaded the issue, too.(…) Nor did the anticipated launch in the coming weeks or months of“the deal of the century” by US President Donald Trump’s team generate any real debate during the election campaign.(…) Israelis have no illusions about the Palestinian Authority. They are more or less in agreement with the policy practiced by Netanyahu and backed by the defense establishment:“conflict management.” This approach seeks to limit the suffering on both sides of the current situation by employing“carrots and sticks” while avoiding dangerous diplomatic gambits.(…) A huge majority of Israelis approved of Trump’s diplomatic gestures during the campaign – the recognition of Israel’s 1
Heft
(2019) 8
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