Schlaglicht Israel Nr. 18/19 Aktuelles aus israelischen Tageszeitungen 16.-31. Oktober Die Themen dieser Ausgabe 1. Benny Gantz mit Regierungsbildung beauftragt.......................................................................................................... 1 2. Gefährliche Unruhen im Libanon................................................................................................................................... 3 3. Meir Shamgar 1925-2019................................................................................................................................................. 5 4. Medienquerschnitt........................................................................................................................................................... 7 1. Benny Gantz mit Regierungsbildung beauftragt Nachdem Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu die Koalitionsverhandlungen für gescheitert erklärte, ist es nun an Benny Gantz, dem Chef der Liste Blau-Weiß(Kachol-Lavan), Partner für eine Regierungsmehrheit zu finden. Bei der Parlamentswahl im September hatte Netanyahus Likud 32 Mandate erreicht, Blau-Weiß kam auf 33 Sitze. Netanyahu machte Gantz für das Scheitern der Koalitionsgespräche verantwortlich. Er habe große Anstrengungen unternommen, um den früheren Generalstabschef an den Verhandlungstisch zu bekommen und eine Regierung zu bilden. Gantz habe sich dem aber immer wieder verweigert. Der Streit darüber, wer an der Spitze der künftigen Regierung stehen soll, ist Hauptgrund dafür, dass Likud und Blau-Weiß nicht zueinander finden. Gantz schloss die Kooperation mit Netanyahu aus, solange dem Ministerpräsidenten eine Anklage wegen Bestechlichkeit, Betrugs und Vertrauensmissbrauch drohe. Erschwerend kam Netanyahus Festhalten an der Zusammenarbeit mit den ultraorthodoxen Parteien hinzu. Gantz hingegen strebt eine liberale Regierung ohne die Einbeziehuung der religiösen Parteien an. Keiner der Blöcke hat eine Mehrheit, was auch an Avigdor Liberman liegt. Der Chef der nationalistischen Yisrael Beitenu ist weder bereit, mit den Ultraorthodoxen noch mit der antizionistischarabischen Vereinten Liste(Joint List) zu koalieren. So dürfte auch Gantz große Schwierigkeiten haben, seine Mission zu erfüllen. Sollte er scheitern, kann binnen drei Wochen jede_r Abgeordnete versuchen, 61 Knesset-Mitglieder für eine Koalition zu gewinnen. Gelingt auch dies nicht, droht Israel die dritte Parlamentswahl binnen eines Jahres. Bereits bei der Wahl im April hatte es keinen klaren Sieger gegeben, was schließlich zu den Neuwahlen im September führte. Netanyahu's era is over, Israel is on a new path (…) in the decade of Netanyahu's rule, his situation has never been worse(…) the latest elections were a heavy blow not just for Netanyahu, but for the whole of the Likud and the entire right-wing.(…) The right-wing is smaller than the central-left(…) The choices Netanyahu has made lately, including in the week before the elections, are the choices of a frightened and weak man, who's willing to do anything- including going to war against the advice of the entire Israeli security forces- to keep his seat and not face the wrath of the justice system. The election results are proof that the people are fed up with Netanyahu. Benny Gantz may not be viewed as the ultimate leader, but he is viewed as a viable alternative to Netanyahu, and an alternative is what Israel wants.(…) If there had been someone in the April elections who could have stepped forward and usurped the leadership, like Ariel Sharon once did to the Likud, Israel wouldn’t have had to have a second 1
Heft
(2019) 18
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