Schlaglicht Israel Nr. 3/21 Aktuelles aus israelischen Tageszeitungen 1.-15. Februar Die Themen dieser Ausgabe 1. Internationaler Strafgerichtshof erklärt Ermittlungen in den von Israel besetzten Gebieten für möglich.............. 1 2. Endspurt vor den Parlamentswahlen............................................................................................................................ 4 3. Langsame Lockerungen der Corona-Beschränkungen............................................................................................... 6 4. Medienquerschnitt........................................................................................................................................................... 8 1. Internationaler Strafgerichtshof erklärt Ermittlungen in den von Israel besetzten Gebieten für möglich Unwirsch reagierte Regierungschef Benjamin Netanyahu auf die Entscheidung des Internationalen Strafgerichtshofs(IStGH), Ermittlungen gegen Israel wegen Kriegsverbrechen in den palästinensischen Gebieten zu ermöglichen. Netanyahu sprach von "purem Antisemitismus". Israel werde diese„Verdrehung des Rechts mit allen Mitteln bekämpfen". Die Richter_innen des IStGH hatten ihre Zuständigkeit für die von Israel besetzten palästinensischen Gebiete, das Westjordanland, den Gazastreifen und Ostjerusalem, erklärt. Die Entscheidung betreffe ausdrücklich nicht die Frage der"Staatlichkeit" Palästinas oder etwaige Grenzstreitigkeiten – die Region solle aber dem"Recht des palästinensischen Volkes auf Selbstbestimmung" entsprechend behandelt werden. Israel selbst ist keine Vertragspartei des Gerichtshofs. Bereits vor zwei Jahren erklärte Chefanklägerin Fatou Bensouda, dass es eine Grundlage gebe, auf der eine Untersuchung wegen möglicher israelischer Kriegsverbrechen eröffnet werden könnte. Auf der Grundlage der jetzigen Entscheidung könnte der IStGH allerdings auch Ermittlungen gegen die Hamas oder andere palästinensische Terrorgruppen einleiten. In Ramallah stieß die Entscheidung des IStGH erwartungsgemäß auf Zustimmung. Jetzt zeige sich, dass der Weg nach Den Haag der richtige gewesen sei, verlautete aus palästinensischen Führungskreisen. The ICC's decision is a red flag for Israel The International Criminal Court’s ruling that it has jurisdiction over the occupied territories and East Jerusalem has predictably sparked angry reactions in Israel.(…). The court didn’t r ule that Israel was guilty of war crimes; it merely responded to a request from prosecutor Fatou Bensouda, who asked the pretrial chamber of judges to rule on the fundamental question of the court’s territorial jurisdiction. Nor is there any connection between the fact that Israel is a democracy and the commission of prima facie war crimes. Democracies have committed and still commit war crimes, and the fact that they are democracies doesn’t grant them immunity from investigation or prosecution. Israel’s co mplaint that the ICC ignores real war crimes and is“persecuting” it for political reasons tells us more about Israel than it does about the court. Israel has failed to understand that its very status as a democratic, law-abiding country obligates it to uphold higher standards than those demanded of countries like Iran, Syria or Sudan.(…) The most important part of the decision is its recognition of Palestine as a state with the right to seek redress from the court.(…) Israel should view the judges’ decis ion, which paves the way for an investigation into its conduct in the territories, as a red flag. Israel now has the status of a suspect state, and it must present its arguments and its interpretation of the incidents the court will investigate. Throwing mud at the ICC and refusing to cooperate with 1
Heft
(2021) 3
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