Schlaglicht Israel Nr. 9/21 Aktuelles aus israelischen Tageszeitungen 1.-15. Mai Die Themen dieser Ausgabe 1. Schwere Eskalation an mehreren Fronten.................................................................................................................... 1 2. Lapid mit Regierungsbildung beauftragt...................................................................................................................... 3 3. Massenunglück auf dem Berg Meron............................................................................................................................ 6 4. Medienquerschnitt........................................................................................................................................................... 8 1. Schwere Eskalation an mehreren Fronten Die jüngste Eskalation im Nahen Osten spielt sich an mehreren Fronten ab. In Jerusalem kämpfen Palästinenser_innen gegen die Evakuierung palästinensischer Familien aus den von ihnen bewohnten Häusern im Stadtbezirk Sheikh Jarrah, gegen Freiheitseinschränkungen und gegen die sozialen Ungleichheiten. In einer Reihe von Ortschaften in Israel, vor allem in gemischt jüdisch-arabischen Städten eskalierten die Spannungen zwischen den zwei Bevölkerungsgruppen und es kam zu massiven gewalttätigen Ausschreitungen von jüdischen und arabischen Bürger_innen, bei denen schwerer Sachschaden entstand, eine große Anzahl von Menschen verletzt und ein jüdischer Bürger getötet wurde. Im Gazastreifen heizt die islamistische Führung der Hamas die Gewalt an und beschießt seit über einer Woche Israel mit Raketen, was vom israelischen Militär mit massiven Luftangriffen und Panzergeschossen auf den Gazastreifen entgegnet wird. In der arabischen Gesellschaft in Israel macht sich der Unmut Luft über diskriminierende Gesetze wie das Nationalstaatsgesetz, die Schlechterstellung der arabischen Bürger_innen sowie die in der arabischen Gesellschaft zu beängstigenden Ausmaßen angestiegene Gewalt und Kriminalität, der die Polizei nichts entgegenzusetzen hat. Die Hamas ist frustriert über das Aussetzen der geplanten Parlamentswahlen, bei denen sie gute Chancen gehabt hätte, als stärkste politische Macht abzuschneiden. Sie nutzte die Unruhen in Jerusalem als Vorwand für den massiven Raketenbeschuss, der diesmal nicht nur Israels Süden trifft, sondern auch Jerusalem und Tel Aviv. Die meisten Geschosse können mithilfe des Raketenabwehrsystems Eisenkuppel abgefangen werden, dennoch kommt es immer wieder zu Verletzten und auch zu Toten. Noch fataler ist der Schlagabtausch für den Gazastreifen. Innerhalb Israels wirft die blinde Gewalt von jüdischen und arabischen Fanatiker_innen die brüchige Koexistenz der beiden nationalen Bevölkerungsgruppen um Jahrzehnte zurück. Jerusalem is a volatile cocktail of poor decisions It is fairly simple to pinpoint the causes of the current outbreak of violence in Jerusalem, which has seen hundreds of Palestinians and dozens of police officers wounded in clashes. On the Palestinian side, the religious unrest that often occurs during the holy month of Ramadan tends to reach a peak towards the end of the weeks-long fast. In addition, the decision by Palestinian President Mahmoud Abbas to indefinitely postpone parliamentary elections- claiming Israel would not facilitate East Jerusalem voting has inflamed the Hamas terror group that rules Gaza and was on track to make significant gains. (…) The 85-year-old Abbas is the last relic of the Fatah leadership to hold a position of power.(…) his continued reign is criticized by many of his constituents and he has not made any progress towards the establishment of an independent Palestinian state. Israel for its part, added to the already volatile situa1
Heft
(2021) 9
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten