Heft 
(2022) 10
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Schlaglicht Israel Nr. 10/22 Aktuelles aus israelischen Tageszeitungen 16.-31. Mai Die Themen dieser Ausgabe 1. Umstrittener Flaggenmarsch in Jerusalems Altstadt.................................................................................................. 1 2. Schuldfrage für den Tod von Shireen Abu Akleh weiter ungeklärt............................................................................. 4 3. Attentat auf führendes Mitglied der iranischen Revolutionsgarden........................................................................... 6 4. Medienquerschnitt........................................................................................................................................................... 7 1. Umstrittener Flaggenmarsch in Jerusalems Altstadt Rund 70.000 überwiegend nationalreligiöse israeli­sche Staatsbürger_innen zogen am Jerusalem Tag durch die Altstadt. Mit dem traditionellen Flaggen­marsch erinnern die Teilnehmer_innen an die Erobe­rung Ostjerusalems und damit auch der Altstadt während des Sechstagekrieges 1967. Die Zeremo­nie, die regelmäßig von Randalen und antiarabi­schen Sprechchören begleitet wird, wird von Paläs­tinenser_innen als schwere Provokation empfunden. Im Vorfeld des diesjährigen Jerusalem Tages warnte die Hamas, wie bereits 2021, vor einer Eskalation. Im vergangenen Jahr war zwar die Route des Flag­genmarsches von den israelischen Behörden im letzten Moment geändert worden, so dass sie nicht durch das Damaskus-Tor und das muslimische Viertel der Altstadt führte. Nichtsdestotrotz schoss damals die Hamas Raketen aus dem Gazastreifen auf Israel ab, was zu einem elftätigen Krieg führte. Einige Minister_innen rieten auch diesmal zu einer Verlegung der traditionellen Route. Omer Bar-Lev, Minister für Innere Sicherheit, lehnte den Vorschlag jedoch ab. Jerusalem ist die ewige Hauptstadt Israels. In einer Demokratie ist es erlaubt und wich­tig zu demonstrieren, solange es nach dem Gesetz und in unserem Fall nach den von der Polizei fest­gelegten Regeln ist, und so werden wir handeln., begründete der sozialdemokratische Politiker. Von einigen punktuellen Auseinandersetzungen in Jeru­salem abgesehen, verlief der Jerusalem Tag weitge­hend ruhig. Israel and Hamas play a game of chicken over Jerusalem flag march The route of the march has gone through several changes, yet it has always included the Muslim Quarter and the Damascus Gate. The only time the marchers were prohibited from passing through the gate was last year, when then-Prime Minister Ben­jamin Netanyahu ordered to change the route at the last minute over security concerns. Despite it being the only flag march that didn't pass through the Damascus Gate, Hamas launched rockets towards the capital, kickstarting an 11-day war, known as Operation Guardian of the Walls, claiming their threats had succeeded in folding I srael.() This year's Jerusalem Day flag march once again unites Palestinians across the board toward a collective cause.(...) Israel won't allow itself to bend to de­mands of terror groups and allow Hamas to deter­mine its conduct in the capital. Hence, a classic game of chicken is under way.() Ham as and Fatah are calling on residents of east Jerusalem and all Arab Israelis to make their way to the Al-Aqsa Mosque(...) in order to"protect" it from the march­ers.() A small glimmer of optimism, however, can 1