LH LADIES HOURS RUNDBRIEF 7| Februar 2014 Ein politisches Gesprächsangebot für Frauen in Niedersachsen! Gleichstellung braucht starke Standards FES-Studie formuliert Mindestanforderungen an Landesgleichstellungsgesetze Wir rücken immer weiter hinein ins 21. Jahrhundert und dennoch ist die Gleichstellung der Geschlechter noch lange nicht erreicht. Aus diesem aktuellen Anlass stellte Dr. Barbara Stiegler im Rahmen der LADIES HOURS des Landesbüros Niedersachsen der FriedrichEbert-Stiftung am 9. Dezember 2013 die Ergebnisse ihrer neuen Studie„Gleichstellung braucht starke Standards. Mindestanforderungen an Landesgleichstellungsgesetze für eine moderne kommunale Gleichstellungspolitik“ vor. In einen informationsgeladenen und ideenreichen Abend leitet die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, Edelgard Bulmahn MdB, thematisch ein.„Worte bringen den Reis nicht zum Kochen!“ – anhand dieser japanischen Weisheit verdeutlichte sie metaphorisch, wie wichtig es ist, genaue Regeln, Gesetze und Standards festzulegen, um das Ziel der Gleichstellung der Geschlechter schneller erreichen zu können. Themen wie die Beseitigung der „Teilzeitfalle“, Chancen- und Entgeltgleichheit für Frauen und Männer sowie die Durchsetzung einer verbindlichen Frauenquote in Führungsriegen und Aufsichtsräten seien entscheidend in der Gleichstellungsfrage und wesentliche Elemente in der angestrebten Politik, findet die Bundestagsabgeordnete. Zu diskutieren sei zudem die Frage nach möglichen Sanktionen beim Verletzen bereits existierender Standards. Dies bleibt bislang häufig ohne Folgen, mahnt sie weiter. Den Kommunen schreibt Bulmahn dabei eine besondere Verantwortung zu. Diese müssten dafür sorgen, dass in lokalen Betrieben Frauenförderpläne und Gleichstellungsverträge eingehalten werden.„Ich wünsche mir, dass wir herausfinden, was man mit unseren Standards erreichen kann, da sie eine wichtige Grundlage schaffen, um den Reis zum Kochen zu bringen“, appelliert sie an die Teilnehmenden im Saal. Die Autorin der im Mittelpunkt des Abends stehenden Studie, Dr. Barbara Stiegler, sieht in den festzulegenden Standards eine Chance, um moderne Gleichstellungspolitik auch auf kommunaler Ebene voranzubringen.„Als Wissenschaftlerin habe ich den Vorteil, dass ich zunächst träumen darf und mir Utopien ausmalen kann“, räumt Stiegler ein. Sie betont, dass Gleichstellung als eine Querschnittsaufgabe verstanden werden müsse, die alle Bereiche in den Kommunen betreffe. Deren Aufgabe sei es dabei erstens, als Infrastrukturgeberin in den einzelnen Handlungsfeldern – wie etwa Bildung, Gesundheit, Wohnen oder Betreuung – geschlechterspezifische Auswirkungen aufzuzeigen und den Gedanken der Querschnittsaufgabe zu verfestigen. Außerdem können hier, bspw. durch die verpflichtende Einstellung gendersensiblen Personals, alte Rollen- und Geschlechterbilder aufgebrochen und abgebaut werden. Zur Person: Dr. Barbara Stiegler Die Psychologin und Pädagogin war bis 2011 Leiterin des Arbeitsbereiches Frauen- und Geschlechterforschung der Friedrich-Ebert-Stiftung in Bonn. Im Rahmen dieser Tätigkeit verfasste sie zahlreiche Publikationen und Studien, wie auch die erst kürzlich gemeinsam mit Dr. Elke Wiechmann veröffentlichte Studie„Gleichstellung braucht starke Standards“. Mit ihrer Arbeit leistet sie einen wichtigen BeiLink zur Studie: http://library.fes.de/pdf-files/dialog/10197-20130821.pdf trag zur deutschen Genderforschung. Heute ist Barbara Stiegler freiberuflich als Politikberaterin und Referentin zum Thema Gender Mainstreaming für unterschiedlichste Zielgruppen tätig und schafft es so, Theorie und Praxis zu verbinden. >Z_UVd h eR i _ V W g ` ` c Z U V H c i f V _ c X Y V_ V g R Y _ h 8]VZTYdeV]]f_Xda`]ZeZ\
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(2014) 7
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