LH LADIES HOURS RUNDBRIEF 8| Februar 2015 Ein politisches Gesprächsangebot für Frauen in Niedersachsen! TON AB! KAMERA LÄUFT! QUOTE EINFÜHREN? Ein Gespräch mit der Regisseurin Mo Asumang Sich als Frau in männerdominierten Berufen zu behaupten oder als weibliche Führungskraft den eigenen Weg zu gehen, ist nicht immer leicht und der Spagat zwischen privater und beruflicher Verwirklichung ist für Frauen oft schwer zu bewältigen. Die Filmemacherin Mo Asumang versucht genau dies seit Jahren. Sie berichtete im Dezember in Hannover im Rahmen der„Ladies Hours“, wie es sich anfühlt, ein Filmset als Regisseurin zu leiten, in gefährlichen Situationen zu recherchieren – speziell auch als Afrodeutsche – oder immer wieder um Filmfördergelder kämpfen zu müssen. Männliche Übermacht Auch in der Filmbranche ist der Anteil von Frauen in verantwortlichen Positionen noch unter 50 Prozent, weswegen sich über 200 Regisseurinnen in der Initiative„Pro Quote Regie“ zusammengeschlossen haben. Anlass war eine Studie, die 2012 die erfolgreichen Anträge an die deutsche Filmförderung unter geschlechterpolitischen Gesichtspunkten untersuchte. Die Zahlen sind alarmierend: Von 162 geförderten Projekten waren 13 von Regisseurinnen, nur knapp ein Zehntel der Fördergelder ging an Filme mit weiblicher Regie, auch bei Fernsehaufträgen gehen schätzungsweise nur etwa 15 Prozent an Frauen. Und bei der Berlinale 2015 sind von den 23 Wettbewerbsfilmen ganze 3 von Regisseurinnen. Dabei liegt die Quote der Absolventinnen an deutschen Filmhochschulen bei über 40 Prozent. Mit Mo Asumang diskutierte Dr. Silke Lesemann, MdL , die selbst als promoLandesbüro Niedersachsen Filmemacherin Mo Asumang vierte Historikerin, ehemalige Beauftragte für die Arbeitsbereiche Chancengleichheit und Familiengerechtigkeit an der Universität Braunschweig, Mutter zweier Kinder und nun als Politikerin immer wieder in Männerdomänen ihre Stellung behaupten musste. Welche Erfahrungen die beiden Frauen in männerdominierten Berufen machen und ob wir eine Frauenquote in Aufsichtsräten, politischen und kulturpolitischen Gremien oder anderen Führungspositionen benötigen, um die im Grundgesetz festgeschriebene Gleichstellung von Mann und Frau auch in diesen Bereichen umzusetzen, wurde mit einem(anfangs) freien Platz auf dem Podium für die Teilnehmerinnen lebhaft und sehr praxisnah diskutiert. Als Chefin im Filmgeschäft Als Einstieg zeigte Asumang einen Ausschnitt ihres aktuellen Films„Die Arier“, in welchem sie auf einer Neonazi-Demonstration die Teilnehmer_innen zu interviewen versucht. Ein weiterer Filmausschnitt zeigt, wie sie in Amerika mit Anhängern des Ku-Klux-Klans Kontakt aufnimmt und sich mit zwei KKK-Mitgliedern trifft.„Als schwarzer Mann hätte ich das nicht gemacht“ kommentiert sie. Erst später habe sie die Maschinengewehre auf der Rückbank des Wagens gesehen. Hatte Asumang zuvor mit Kameramännern zusammen gearbeitet, musste sie schnell feststellen, dass nicht immer alles nach ihrer Nase lief, berichtete die Filmemacherin selbstkritisch. Kameramänner wurden bei Nazis eher als Provokation aufgefasst, trauten sich aber auch häufig nicht, an die zu interviewenden Personen heranzutreten oder weigerten sich gar, bestimmte Aufnahmen zu übernehmen. „Männer sprechen dann halt ein Machtwort und alle hören darauf.“ Sie als weibliche Chefin berichtete jedoch von Momenten, wo sie – statt zu diskutieren oder gar„anzuweisen“ – die Aufgabe letztendlich selbst erledigte. Heute bestehe ihr Team zum größten Teil aus Frauen, so Asumang. Politik: Herausforder ung für das Familienleben Silke Lesemann wies darauf hin, dass die meisten Parteien bereits eine Frauenquote hätten. Dass der Frauenanteil in LINKTIPPS Gender matters . Infobrief zur geschlechterpolitischen Arbeit der FriedrichEbert-Stiftung: http://library.fes.de/pdf-files/dialog/09501 Pro Quote Regie : www.proquote-regie.de Prof. Dr. Elizabeth Prommer& Skadi Loist: „Wer dreht deutsche Kinofilme? Gender Report 2009 – 2013“ , Institut für Medienforschung der Universität Rostock, 2015: http://tinyurl.com/genderreportfilm
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(2015) 8
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