Heft 
(2015) 9
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LH LADIES HOURS RUNDBRIEF 9| Dezember 2015 Ein politisches Gesprächsangebot für Frauen in Niedersachsen! SCHUTZLOS IN EINEM SICHEREN LAND? LADIES HOURS nehmen sich eines wichtigen Themas an: Frauen als Flüchtlinge Weltweit sind derzeit geschätzt rund 60 Millionen Menschen auf der Flucht. Die Tendenz ist weiterhin steigend. ­Allein im Jahr 2015 haben so viele Men­schen Schutz in Deutschland gesucht, wie noch nie zuvor. Der Fokus der ge­genwärtigen gesellschaftlichen Debatte liegt meist auf der größten Gruppe den jungen männlichen Flüchtlingen. Doch unter den Schutzsuchenden sind auch viele Frauen und Mädchen. Ge­rade für sie sind die Flucht und die ­Situation in den Flüchtlingsunterkünf­ten eine große Herausforderung, da sie weitaus häufiger Gewalt und Diskrimi­nierungen ausgesetzt sind. Um der speziellen Situation der geflüch­teten Frauen eine größere Beachtung zu schenken und darüber gemeinsam ins Gespräch zu kommen, lud das Lan­desbüro Niedersachsen der Friedrich­Ebert-Stiftung zahlreiche Expertinnen zu einer weiteren LADIES HOURS am 2. November 2015 ein. Nach aktuellem Stand sind im Jahr 2015 von Januar bis Ende Oktober ca. 720.000 Menschen darunter etwa 230.000 Frauen nach Deutschland gekommen. Anhand dieser Zahlen verdeutlichte die Moderatorin der Veranstaltung, die ­Parlamentarische Staatssekretärin im Bundes­arbeitsministerium, Gabriele Lösekrug-Möller MdB , wie wichtig die gesellschaftliche Debatte über den menschenwürdigen Umgang mit Flücht­lingen ist. Eines der derzeit dringlichs­ten Themen ist die Unterbringungssi­tua­tion. Wie sich diese konkret in einer Erstaufnahmeeinrichtung gestaltet, schil­derte Eva Lutter von der Caritas in Friedland. Aktuell leben 3.000 bis 4.000 Landesbüro Niedersachsen Gabriele Lösekrug-Möller ist beeindruckt vom Bericht einer geflüchteten Syrerin. Menschen in der Einrichtung. Nicht nur hinsichtlich der Unterbringungskapazi­täten, sondern auch im Hinblick auf die Kräfte der Helfenden, kommt Friedland an seine Grenzen. Diese Lage sei spezi­ell für Frauen sehr belastend, da für sie keinerlei Privatsphäre vorhanden sei und die Angst vor Übergriffen groß sei, so Lutter. Aufgrund des Platzmangels sei es ebenfalls schwierig, medizinische Versorgungsangebote insbesondere für Schwangere sowie Betreuungs­möglichkeiten für Kinder anzubieten. Diese Schwierigkeiten dürften nicht kleingeredet werden, sondern alle Be­teiligten müssten verstehen, dass Frau­en und Kinder besondere Bedürfnisse haben, ergänzte die frauenpolitische Sprecherin der niedersächsischen SPD­Landtagsfraktion und Ärztin Thela Wernstedt MdL in ihrem anschließen­den Statement. Wernstedt räumte ein, dass die medizinischen Standards zu­gunsten von Unterbringungskapazi­täten heruntergeschraubt wurden. Dies müsse sich langfristig dahingehend än­dern, dass ausreichend Räume u. a. für Behandlungen und für eine Hebam­mensprechstunde bereit stünden. Glei­chermaßen müsse auch das psychologi­sche Betreuungsangebot in den Erst­aufnahmeeinrichtungen und auch in den Kommunen, sowohl qualitativ als auch quantitativ, ausgebaut werden. Für nachhaltige Verbesserungen nannte die Abgeordnete zum einen den Faktor Weiterbildung und Professionalisierung für medizinisches Personal und ehren­amtliche Helfer_innen sowie zum an­deren den verstärkten Einsatz von Dolmetscher_innen, da gerade in medi­zinischen Fragen Kommunikation entscheidend sei. LINKTIPPS Effektiver Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt auch in Flüchtlingsunterkünften : http://www.institut-fuer-menschenrechte.de/fileadmin/user_upload/Publikationen/Policy_ Paper/Policy_Paper_32_Effektiver_Schutz_vor_geschlechtsspezifischer_Gewalt.pdf Flüchtlingsfrauen Verborgene Ressourcen http://www.institut-fuer-menschenrechte.de/uploads/tx_commerce/studie_fluechtlings­frauen_verborgene_ressourcen.pdf Ratgeber für Ehrenamtliche zur Unterstützung von Flüchtlingen in Niedersachsen : www.migrationsbeauftragte-niedersachsen.de/ratgeber