07. 2011 EDITORIAL Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde der Friedrich-Ebert-Stiftung, der Stein kommt ins Rollen- der auslaufende Zwei-Jahres-Plan von Premierminister Salam Fayyad„Ending the Occupation, Establishing the State“, gepaart mit dem diplomatischen Gerangel um den Gang von Präsident Mahmud Abbas zu den Vereinten Nationen und der Aufnahme als Vollmitglied in die UNESCO haben Palästinas Staatlichkeit und den Prozess der Staatsbildung international zu einem Top-Thema gemacht, das derzeit hochdiskutiert wird. Kritisiert wird vor allem die„Einseitigkeit“ dieses Unternehmens, da es die Staatswerdung Palästinas nicht durch Verhandlungen mit Israel, sondern internationale diplomatische Anerkennung zu erwirken versucht. Dass dieser Schritt aber nach Jahren festgefahrener Verhandlungen durchaus positive Aspekte bringt und keineswegs eine Alternative für Verhandlungen aus palästinensischer Sicht darstellt, wird selten erwähnt. Es geht hier lediglich um die Stärkung der palästinensischen Verhandlungsposition, nicht aber eine Delegitimisierung Israels. Neben all der Kritik an dem Unternehmen an sich stellen sich jedoch andere Fragen, die bedacht werden sollten, wenn man von der Staatlichkeit Palästinas spricht: In wie weit ist die Palästinensische Autonomiebehörde bereit für diesen Schritt? Sind die entscheidenden Institutionen vorhanden? Und wie will man in dieser Angelegenheit mit der nationalen Aussöhnung verfahren, die gegenwärtig in Kairo zwischen Hamas und Fatah ausgehandelt wird? Gemeinsam mit unserem Partner, dem Palestine Economic Policy Research Institute (MAS), haben wir zu diesem Thema eine Studie veröffentlicht, die oben gestellte Fragen behandelt. Viel Vergnügen bei der Lektüre! Mit den besten Grüßen aus Jerusalem Dr. Michael Bröning Direktor des Büros der Friedrich-EbertStiftung in Ost-Jerusalem Design: eryfoto Seite 1
Heft
(2011) 07. MAS-Studie: From Palestinian authority to a Palestinian State
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