NEWSLETTER TÜRKEI NACHRICHTEN NR. 67- APRIL 2025 Retter oder Bedrohung? Machtkämpfe in Syrien durch die Syrischen Demokratischen Kräfte(SDF) Seit Beginn der Arabischen Aufstände im Jahr 2011 greift die Türkei mit militärischen und diplomatischen Mitteln in politische Prozesse im gesamten Nahen Osten und Nordafrika ein – von Irak bis Syrien, von der Palästinafrage bis Libyen. Für Ankara, das seinen Einfluss in diesem weitläufigen Gebiet ausbauen will, war einer der wichtigsten Wendepunkte der Ausbruch des Konflikts am 7. Oktober 2023, als die Islamische Widerstandsbewegung(Hamas) Angriffe auf israelische Siedlungen startete. Der Krieg, der infolge dieses Angriffs zwischen Israel und der Hamas ausbrach, weitete sich mit dem Eingreifen der Hisbollah im Libanon weiter aus. Während von Iran unterstützte Gruppen schwere Verluste erlitten, unternahm die Türkei intensive diplomatische Anstrengungen, um sowohl eine aktive Rolle bei den Bemühungen zur Beendigung der Kämpfe zu spielen als auch als einer der führenden Akteure in der Palästinafrage anerkannt zu werden. In diesem Zuge unternahm Ankara auch Schritte wie eine Annäherung an die Regierung in Bagdad und die Einleitung eines Normalisierungsprozesses mit dem Assad-Regime. Während die Konflikte im Gazastreifen und im Südlibanon eskalierten, schwächte sich der iranische Einfluss, der über Organisationen wie die Hamas und die Hisbollah ausgeübt wurde, auch im Irak, in Syrien, im Libanon, in Israel und tiefer in der Region ab. Die Politik der Türkei in dieser Phase lässt sich dahingehend zusammenfassen, dass sie bestrebt war, das Vakuum zu füllen, das durch den schwindenden Einfluss Irans in diesen Regionen sowie in diplomatischen Prozessen wie der Palästinafrage entstanden war. Die zweite Chance nach dem Sturz Assads Der seit Monaten schwindende regionale Einfluss Irans erlitt am 8. Dezember 2024 einen schweren Schlag, als das Assad-Regime gestürzt wurde. Für die Türkei, die von Beginn des Aufstands an Anti-Assad-Gruppen unterstützt hatte, stellte dies eine bedeutende Chance dar. Heyat Tahrir al-Scham(HTS), zu der die Türkei über Jahre hinweg direkte oder indirekte Kontakte unterhielt, und ihr Anführer Ahmad al-Schara übernahmen die Macht in Damaskus. Während Iran bis an seine eigenen Grenzen zurückgedrängt wurde, wuchs das von ihm hinterlassene Vakuum weiter an. Die Türkei intensivierte daraufhin ihre diplomatischen Bemühungen sowohl in Bezug auf Irak als auch Syrien. Eines der kritischsten Themen für die Türkei blieb jedoch die kurdische Frage in beiden Ländern. 1
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(2025) 67. Retter oder Bedrohung? Machtkämpfe in Syrien durch die Syrischen Demokratischen / Hediye Levent
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