FES BRIEFING KROATIEN Gewerkschaftsmonitor Juli 2025 POLITISCHE, WIRTSCHAFTLICHE UND SOZIALE RAHMENBEDINGUNGEN Wahlumfragen, da sein Charisma immer noch alle Parteichefs überschattete, die auf ihn nach 2015 folgten. POLITISCHE ENTWICKLUNG In den Jahren 2024 und 2025 fanden drei verschiedene Wahlen statt, die zu einer verstärkten politischen Debatte und Polarisierung führten, aber das politische Gleichgewicht blieb insgesamt stabil, wobei die Mitte-rechts-Partei Kroatische Demokratische Union(HDZ) fest an der Macht blieb, auch wenn sie dafür die rechtsextreme Heimatbewegung(DP) als ihren Juniorkoalitionspartner in der Regierung akzeptieren musste, und Zoran Milanović(nominiert von der sozialdemokratischen SPD) zum kroatischen Präsidenten gewählt wurde. Den Parlamentswahlen im April 2024 gingen zunehmende Korruptionsvorwürfe gegen die Regierung voraus, die sowohl von der linken als auch von der rechten Opposition erhoben wurden, die nach der umstrittenen Ernennung des ehemaligen Richters des Hohen Strafgerichtshofs, Ivan Turudić, zum Generalstaatsanwalt Anfang 2024 sogar kurzzeitig gemeinsame Demonstrationen in Erwägung zogen. Neben dem Vorwurf der politischen Voreingenommenheit für die HDZ nahm der Ruf von Ivan Turudić auch durch Medienberichte über seine Treffen und den Austausch von Nachrichten mit mehreren Politikern und Personen des öffentlichen Lebens Schaden, die wegen Korruption vor Gericht standen. Ein weiteres Vorspiel zu den Wahlen lieferte der Präsident der Republik, Zoran Milanović, der kurz nach der Ausrufung der Wahlen ankündigte, dass er bei den Parlamentswahlen als Kandidat der Sozialdemokratischen Partei(SDP) für das Amt des Ministerpräsidenten antreten werde. Das Verfassungsgericht verbot in einer umstrittenen Entscheidung seine Kandidatur für ein Parlamentsmandat, sodass die SDP ihn in ihrer Kampagne weder zeigen noch offiziell erwähnen durfte. Obwohl Milanović die Bürgerinnen und Bürger dazu aufforderte, jede andere Partei als die HDZ zu wählen, und sogar mit der rechtsextremen DP liebäugelte, führte seine(verhinderte) Kandidatur dennoch zu einem deutlichen Aufschwung der SDP in den Die Wahlergebnisse bestätigten jedoch die dominante Position der HDZ, und Andrej Plenković, Ministerpräsident seit 2016, bildete somit sein drittes Kabinett. Die Europawahlen, die im Juni stattfanden, ergaben eine ähnliche Verteilung der Stimmen zwischen den beiden Hauptparteien, wobei sich 12 kroatische Sitze auf die HDZ (6), die SDP (4), die DP (1) und die grün-linke Partei Možemo! (1) verteilten. Die Wahlbeteiligung war sogar noch niedriger als vor fünf Jahren (21,6 %, verglichen mit 29,6 % im Jahr 2019). Die Präsidentschaftswahlen, die im Dezember 2024 und Januar 2025 stattfanden, endeten mit einem überwältigenden Sieg des Amtsinhabers Milanović, der im ersten Wahlgang mit 49,7 Prozent der Stimmen nur knapp seine zweite Amtszeit verpasste, während der zweitplatzierte Kandidat der HDZ, Dragan Primorac, nur 19,6 Prozent der Stimmen erhielt. Im zweiten Wahlgang gewann Milanović mit 74,7 Prozent. Insgesamt setzte die Regierung Plenković ihre inzwischen gut etablierte und erkennbare Politik fort. Die formal ehrgeizige Reformagenda besteht weiterhin aus verschiedenen geringfügigen Verbesserungen und kleineren Änderungen bestehender Gesetze, die oft ineffizient sind oder sich sogar gegenseitig widersprechen, während strukturelle Reformen, auch in den Bereichen der Arbeitsbeziehungen und der Sozialpolitik, erneut ausblieben. Die Regierung verzichtete gleichfalls auf Reformen, die bei bestimmten Interessengruppen, einschließlich der Gewerkschaften, auf Ablehnung stoßen und zu einer Mobilisierung der Öffentlichkeit führen könnten. WIRTSCHAFTLICHE UND SOZIALE LAGE Im Januar 2025 trat eine neue Runde von Steueränderungen in Kraft, die größtenteils die bisherige Richtung der Steuerreform fortsetzten. Die Änderungen der Einkommenssteuer kamen erneut eher den Gutverdienern zugute, da der nicht zu 1
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2025
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