NEWSLETTER Türkei Nachrichten Nr. 73- Dezember 2025 Wichtige Etappen der türkischen Außenpolitik 2025 Der Beitrag skizziert die zentralen Entwicklungen der türkischen Außenpolitik im Jahr 2025 – von Syrien und Gaza bis zu den Beziehungen zu USA, EU und Russland. Im Fokus steht dabei, wie außen- und innenpolitische Dynamiken ineinandergreifen und die Position Ankaras neu bestimmen. Syrien Als Baschar al-Assad am 8. Dezember 2024 das Land ver ließ und damit die seit einem halben Jahrhundert herr schende Assad-Dynastie zusammenbrach, konnte die Re gierung in Ankara mit einer aus ihrer Sicht erfreulichen Entwicklung ins Jahr 2025 starten. Der Vormarsch der un ter Führung von Muhammed Colani Muhammad al-Dscho lani stehenden Oppositionskräfte nach Damaskus, dessen Anführer in den Terrorlisten des Westens geführt wurde, und der anschließende Sturz des Regimes trafen jedoch auch Ankara zunächst unvorbereitet. Mit der Rückkehr von US-Präsident Donald Trump ins Weiße Haus im Januar 2025 begann zudem nicht nur für Syrien, sondern für den gesamten Nahen Ostens ein neues Kapitel. Trumps engeres Verhältnis zum türkischen Präsidenten Re cep Tayyip Erdoğan und sein Kurs im Gaza-Krieg sorgten dafür, dass der Nahe Osten 2025 zum Kernanliegen der tür kischen Außenpolitik wurde. Bereits in den ersten Tagen nach seinem zweiten Wahlsieg überhäufte Trump Erdoğan mit Lob. Vor ihrem bilateralen Treffen am Rande des NATO-Gipfels, der im Juni in den Niederlanden stattfand, tauschten sich beide Staatschefs mehrfach telefonisch aus. Anders als in seiner ersten Amtszeit startete Trump dies mal personell wie politisch deutlich besser vorbereitet in die neue Runde. Er ernannte seinen engen Vertrauten, den Geschäftsmann Tom Barrack, zum Botschafter in Ankara. Der libanesischstämmige Barrack, dessen Familie bereits zu osmanischer Zeit in die USA ausgewandert war, wurde zugleich zum Sondergesandten für Syrien berufen. Für Ahmad al-Schara, der seinen Kampfnamen Muham mad al-Dscholani abgelegt, die Kampfmontur ausgezogen und zur Krawatte gegriffen hatte, erwiesen sich die ersten Monate an der Macht jedoch als äußerst schwierig. Das Misstrauen gegenüber al-Schara, der die ihm unterstellten Milizen nicht vollständig kontrollieren konnte, wuchs wei ter, nachdem es im März bei Gefechten in alevitischen Vier teln zu Massakern gekommen war. Trumps Rückendeckung für Syriens neuen Machthaber Als sich die Lage beruhigte und Ahmad al-Schara die akute Krise überstanden hatte, erleichterte ihm die Unterstützung 1
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(2025) 73. Wichtige Etappen der türkischen Außenpolitik 2025
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