Aufsatz 
Das neue Interesse des Hegemonen an Verbündeten
Entstehung
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DIETER DETTKE: Das neue Interesse des Hegemonen an Verb ü ndeten A ls die neue amerikanische Administration unter F ü hrung von George W. Bush Anfang des Jahres 2001 ihr Amt antrat, schien Amerika auf dem besten Wege zu sein, der Welt den R ü cken zuzukehren. Das Bem ü ­hen, sich auch au ß enpolitisch klar und deutlich von der Clinton-Admi­nistration abzugrenzen, war so stark, dass mit Ausnahme der NATO -Er­weiterung alle au ß enpolitischen Initiativen der Vorg ä ngerregierung ge­stoppt oder abgebremst wurden und auch bereits von ihr unterzeichnete internationale Vertr ä ge wieder zur Disposition standen. Die Folgen: ̈ Der Nahost-Friedensprozess kam zum Stillstand und die aktive ame­rikanische Vermittlungsrolle wurde ausgesetzt. ̈ Der Dialog mit China wurde einer grundlegenden Ü berpr ü fung un­terzogen. ̈ Ans ä tze zu einer Politik der Verst ä ndigung mit Nordkorea wurden auf Eis gelegt und selbst die» sunshine policy« des amerikanischen Ver­b ü ndeten S ü dkorea in Gegenwart von Pr ä sident Kim ö ffentlicher Kritik unterzogen. ̈ Die amerikanische Pr ä senz auf dem Balkan wurde grunds ä tzlich in Frage gestellt, jedoch zun ä chst weitergef ü hrt, wenn auch z ö gernd. ̈ Der amerikanische Druck auf multilaterale Institutionen, auf die UNO , die Weltbank und den IWF , nahm zu. Eine Reihe von internationalen Abkommen waren auch schon vor Amts ü bernahme der Bush-Administration in Gefahr, keine Mehrheit f ü r die Ratifizierung durch den amerikanischen Senat zu finden. Dem um­fassenden Abkommen zur Beendigung von Nuklearversuchen wurde bereits Ende 1999 noch w ä hrend der Clinton-Administration die Ratifi­zierung im amerikanischen Senat verweigert. Der neue Internationale Strafgerichtshof stie ß von Anfang an auf amerikanische Vorbehalte, wurde aber von der Clinton-Administration als eine der letzten Amts­handlungen schlie ß lich doch unterzeichnet. Ebenso wurde das Kyoto­Abkommen zum Klimaschutz von der Clinton-Administration unter­zeichnet, trotz der ablehnenden Haltung des Senats. Als Fehler stellt sich insbesondere heute heraus, dass die Bush-Admi­nistration nicht nur ein internationales Abkommen zur Einschr ä nkun­gen des Handels mit Kleinwaffen ablehnte, sondern sich im Juli dieses Jahres auch weigerte, dem Durchf ü hrungsprotokoll f ü r das Abkommen ü ber biologische Waffen beizutreten. Als der neue Pr ä sident auch den 22 Kommentare/ Comments IPG 1/2002