Aufsatz 
Risiken in Kauf nehmen, um Risiken zu mindern
Entstehung
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KOMMENTARE/ COMMENTS Die Konsequenzen des 11. September 2001 HANS-ULRICH KLOSE: Risiken in Kauf nehmen, um Risiken zu mindern I n den USA , dem von den Terroranschlägen des September 2001 direkt betroffenen Land, reagierten Bevölkerung und Politik in jeder Hin­sicht bemerkenswert nicht hysterisch und hilflos oder nur schockiert, sondern mit einer Entschlossenheit, die sich mit gebündelter Kraft dar­auf konzentriert, die Herausforderung anzunehmen. Wer Amerika kennt und amerikanische Mentalität versteht, sieht sich einmal mehr be­stätigt in seinem Urteil: Amerika ist anders, ist jünger und vitaler als Eu­ropa; es ist in gewisser Weise noch immer ein»Pioneer Country«, durchdrungen von einem Durchsetzungs- und Selbstbehauptungswil­len, der dem alten Europa bisweilen fehlt. Der amerikanische Präsident verkörpert dieses spezifisch»Amerikani­sche« geradezu beispielhaft. Seine Reaktion auf die Anschläge von New York und Washington spiegelte die amerikanische Entschlossenheit wi­der, auf die Herausforderung in angemessener Weise zu reagieren. Es war angemessen, die Anschläge als das zu werten, was sie tatsächlich sind: eine kriegerische Handlung, die Amerika zentral treffen sollte, die ökonomische Macht(World Trade Center), die militärische Macht (Pentagon) und die politische Macht(der Anschlag auf das Weiße Haus wurde, soviel heute bekannt ist, durch die Passagiere des vierten geka­perten Flugzeuges verhindert). Es war angemessen, nicht sofort zuzu­schlagen, blind und auf Verdacht. Die amerikanische Politik handelte nicht unilateral, sie suchte und fand die Unterstützung der UNO , des Sicherheitsrates. Sie erbat und erhielt die Unterstützung der NATO , die erstmals in ihrer Geschichte den Bündnisfall feststellte eine Feststel­lung, die die Bündnispartner zur Hilfeleistung gegenüber dem angegrif­fenen Land Amerika verpflichtet. Damit aber nicht genug. Amerika be­mühte sich um die Unterstützung einer möglichst großen Zahl von Län­dern rund um den Erdball, die in vielen Bereichen unterschiedliche, IPG 1/2002 Kommentare/ Comments 9