Aufsatz 
Öffentliche Debatte oder abgeschirmter Regierungsdiskurs?
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

ausf ä lle aus Rohstoffexporten. Wenn dem radikalen Islam und das w ä re eventuell Teil einer Antwort der N ä hrboden entzogen werden soll, m ü ssen die Entwicklungsanstrengungen so verst ä rkt werden, dass der fortschreitenden Verarmung Einhalt geboten wird. Die Zusammen­legung der Haushalte f ü r Entwicklungszusammenarbeit mit dem S ü den und dem europ ä ischen Osten, die umstandsloses weiteres Verschieben der Mittel nach Osten erlaubt, ist da ein falsches Signal. Nat ü rlich be­deuten mehr Mittel nicht automatisch mehr Wohlstand und mehr Le­bensqualit ä t f ü r alle. Vielleicht muss k ü nftig verst ä rkt dar ü ber nachge­dacht werden, wie energischer gegen selbstherrliche Politikereliten vor­gegangen werden kann, denen die Entwicklungsperspektiven ihrer L ä nder relativ gleichg ü ltig sind. Die entscheidende Frage, die der Westen und allen voran die USA be­antworten muss, lautet also: Soll die bisherige ungleichgewichtige, se­lektive und exklusive internationale Politik fortgesetzt werden oder sol­len stattdessen andere Wege gegangen werden, insbesondere was die Rolle der Vereinten Nationen und die internationale Entwicklungszu­sammenarbeit angeht? Von der Beantwortung dieser Frage wird auch abh ä ngen, ob die Auseinandersetzung mit religi ö sem Fundamentalis­mus letztlich ausschlie ß lich oder vorwiegend auf milit ä rischem Weg wei­ter gef ü hrt wird. DIETMAR DIRMOSER: Ö ffentliche Debatte oder abgeschirmter Regierungsdiskurs? W as am 11 . September in New York und Washington geschah war schlimm: an hochgradig symbolhaften Orten westlicher Metropo­len inszenierten Terroristen Massenmord- und Mega-Zerst ö rung. Doch weitaus schlimmer ist offenkundig f ü r zahlreiche Zeitgenossen, was in den Attentaten aufscheint. Viele sehen in ihnen eine Art Wetterleuchten der Apokalypse, n ä mlich die M ö glichkeit, dass die westliche Zivilisation zerst ö rt und die globalisierte Markt ö konomie ruiniert werden k ö nnte. Nach den neuerdings denkbar gewordenen Szenarien k ö nnte die n ä chste Attacke einem Atomkraftwerk gelten, oder der Trinkwasserver­sorgung einer Millionenstadt. Sie k ö nnte in der Ausl ö sung einer Pocken­epidemie bestehen, oder darin, dass Selbstmordattent ä ter chemische, biologische oder Nuklearwaffen in Ballungsr ä umen einsetzen, in oder IPG 1/2002 Kommentare/ Comments 39