ü ber 40 Regierungsstellen weitgehend unkoordiniert auf dem Feld der inneren Sicherheit aktiv, und seit Jahren waren die Defizite und Reibungsverluste innerhalb dieses Systems beklagt worden. Daneben wurde im Nationalen Sicherheitsrat eine neue Stelle eigens f ü r Terrorismusbek ä mpfung geschaffen. Von wesentlich gr öß erer Tragweite allerdings k ö nnte am Ende sein, dass im Verteidigungsministerium mit Heeresminister Thomas White ein eigener Terrorismusbeauftragter bestellt wurde. Damit wird fast automatisch dem Heer eine verst ä rkte Rolle in Fragen der inneren Sicherheit zukommen – an dieser Stelle kommt es zum deutlichen Zusammenfluss polizeilicher Aufgaben und milit ä rischer Mittel. Schlie ß lich erscheinen auch Vorhaben, die bislang vor allem einen auß enpolitischen Anstrich besa ß en, vor dem Hintergrund eines» Homeland-Security«-Konzeptes in einem neuen Licht; am deutlichsten wird dies wohl im Fall der Raketenabwehr, die zu einem elementaren Bestandteil eines solchen Konzeptes des» Sicherheitsstaates« wird, der sich der genauen Bestimmung der Natur seiner Feinde und deren Waffen nicht mehr gewiss sein kann. Die Zeit wird zeigen, welche der zahlreichen Ma ß nahmen von Dauer sein werden und welche noch hinzutreten werden. Einige eingeleitete Schritte werden wieder zur ü ckgezogen werden. Manches andere wird unter dem Druck, die zuvor erreichte Offenheit, Freiheit und Grenzenlosigkeit nicht in G ä nze aufzugeben, modifiziert werden. Aber solange man angesichts der bestehenden Bedrohungslage keine vertrauensw ü rdigeren Institutionen auf dem Feld der inneren und ä u ß eren Sicherheit (er)findet, erlebt der(starke) Staat als Folge des 11 . September 2001 seine Renaissance. JENS UWE HETTMANN: Weltweite Inklusionspolitik statt westlicher Selbstherrlichkeit D ie Ereignisse des 11 . September 2001 stellen eine neuartige Herausforderung des internationalen Gewaltmonopols der Staaten dar. Ihre neue Qualit ä t liegt darin, dass zivile Einrichtungen und Zivilisten von Nicht-Soldaten in einem nicht erkl ä rten Krieg angegriffen werden. Das bedeutet, dass weder herk ö mmliche diplomatische noch milit ä rische 36 Kommentare/ Comments IPG 1/2002
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