Rezension 
[Rezension von: Soziale Demokratie im globalen Zeitalter / David Held, 2007]
Entstehung
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DAVID HELD Soziale Demokratie im globalen Zeitalter Frankfurt a. M. 2007 Suhrkamp, 288 S. M ehr als 17 Jahre nach dem Zusammenbruch der bipolaren Weltordnung und dem vermeintlichen»Ende der Geschichte« arbeiten Experten angesichts der mannigfaltigen und sich teils verschärfenden globalen Probleme immer noch da­ran, wie eine angemessene Weltordnung aussehen soll und wie sie durchgesetzt werden kann zu Recht. Der britische Politikwissenschaftler David Held, der sich seit mehr als zehn Jahren mit globalen Transformationsprozessen beschäftigt und zu diesem Thema zahlreiche Bücher und Aufsätze veröffentlicht hat, legt mit die­sem Buch einen weiteren Weltordnungsentwurf mit ausdrücklichem Realisie­rungsanspruch vor. Der englische Titel des Originals von 2004, Global Covenant. The Social Democratic Alternative to the Washington Consensus, fasst den Inhalt besser zusammen als der deutsche, denn es geht darin um die Begründung eines globalen Bündnisses für die sozialdemokratische Alternative zum marktliberalen Washington Consensus . Mit einem hohen Anspruch auf programmatischer sowie auf analytischer und strategischer Ebene möchte Held aufzeigen, wie die Globalisierung so gestaltet werden kann, dass sie zu»einem Mehr an menschlichen Entfaltungsmöglichkei­ten, zu einem gerechten Welthandelssystem, zu Demokratie und Gerechtigkeit« (15) führt: Wege zu einer globalen sozialen Demokratie. Das Buch ist nach einer ausführlichen Einleitung in drei handliche Teile ge­gliedert: Wirtschaft, Politik und Recht, die Held als Kernbereiche des globalen Wandels identifiziert. Diese Kapitel beinhalten jeweils einen deskriptiven, einen diagnostischen und einen programmatischen Abschnitt. In einem abschließenden Kapitel wird das»neue Programm« dargestellt, ein Programm, das»die Grund­lagen eines neuen globalen Bündnisses entfalte[t], das die ökonomische Globali­sierung mit gesellschaftlicher Integration und sozialer Gerechtigkeit versöhnen könnte«(22). Helds Vorgehensweise ist eher breit als tief angelegt, d. h. er bemüht sich, eine große Vielzahl von Aspekten des Globalisierungsprozesses der letzten Jahre und Jahrzehnte zu beleuchten. Dabei arbeitet er sich zunächst an populären Positionen ab und konfrontiert diese mit umfangreichem statistischen und empirischen Ma­terial. Diese Positionen sind in ihrer Pauschalität allerdings nicht schwer zu wi­derlegen, denn natürlich ist Globalisierung nicht einfach gleichzusetzen mit Ame­rikanisierung und nicht alle Entwicklungsländer sind Verlierer des Welthandels. Im Rahmen dieser Auseinandersetzung setzt Held jedenfalls auf Differenzierun­gen, die teilweise in Katalogen mit 20 oder mehr Einzelaspekten enden. In den diagnostischen Abschnitten führt dies zur Identifikation vieler einzelner Prob­leme und auch ermutigender Tendenzen, v. a. im Bereich von Deklarationen, ipg 1/2008 Rezensionen/Book Reviews 135